The LEGO Batman Movie

Nach dem Überraschungserfolg von The LEGO Movie bringt Warner Bros. einen Spinoff in die Kinos, der sich komplett um den düsteren Superhelden Batman dreht.

Er ist der größte, härteste und erfolgreichste Superheld: Batman!

Und wenn Gotham City erneut der Untergang droht, dann muss Batman (Will Arnett) dem Joker (Zach Galifianakis) Einhalt gebieten. Doch dieses Mal geht Batman zu weit, denn er weigert sich den Joker als seinen Erzfeind zu bezeichnen. Komplett gekränkt reflektiert Joker nun über die Sinnhaftigkeit seiner Beziehung zu Batman. Hat es überhaupt noch Sinn, permanent Batman zu jagen, wenn der Superheld sich einfach nicht binden will und nicht einmal die drei magischen Worte “I hate you” über die Lippen bringt?

Und als wäre das noch nicht genug für den dunklen Ritter, muss er sich nun auch um den unabsichtlich adoptierten Richard “Dick” Grayson (Michael Cera) kümmern. Der Waisenjunge sieht in Bruce Wayne sein großes Vorbild und als er auch noch erfährt, dass Batman in Bruce Waynes Keller lebt, will er als Robin mit Batman durch die Straßen ziehen. Doch wie soll Batman eine Vaterfigur sein, wenn Bruce Wayne selbst seine Familie verloren hat und menschlichen Kontakt meidet?

Alle Schienen sind gelegt für ein überdrehtes Abenteuer.

Spin-Off Time!

The LEGO Batman Movie, © Warner Bros.

The LEGO Batman Movie ist ein Spin-Off zum Überraschungserfolg The LEGO Movie und bläst den Comic-Relief Batman nun zu einem vollwertigen Protagonisten auf. Dass dies ohne das Regie/Drehbuch-Duo Phil Lord und Chris Miller gemacht wurde, erzeugte schon einmal Skepsis. Auch dass es sich bei Regisseur Chris McKay um jemanden handelte, der sich hauptsächlich durch TV-Produktionen (Robot Chicken) profiliert hat, machte den Optimismus schwer.

Doch trotz dieser fragwürdigen Ausgangslage ist The LEGO Batman Movie absolut gelungene Unterhaltung, die sich zwar nicht auf dem Niveau des Vorgängers bewegt, aber genug Humor, Spaß und Herz aufweist, um die Laufzeit im Flug vergehen zu lassen. Der Film funktioniert als eigenständiges Produkt, webt sich aber gleichzeitig schön in das Universum von The LEGO Movie ein und beinhaltet sogar ein paar nette Gast-Auftritte, die glücklicherweise nicht in den Trailern verraten wurden.

Dieses komfortable Gefühl, einen weiteren LEGO-Film zu schauen, wird wahrscheinlich verstärkt durch die gleiche Wohlfühl-Philosophie, die schon den ersten Film ausgezeichnet hat. Denn in diesen Geschichten geht es nicht um Schuldzuweisungen, sondern stets um ein Streben nach Harmonie und – sind wir uns ehrlich – von dieser Art Kinderfilme gibt es ohnehin schon zu wenig.

Ein dunkler, einsamer Ritter

The LEGO Batman Movie, © Warner Bros.

Im Herzen des Filmes steht – Überraschung! – Batman. Und wer dem arroganten Batman in The LEGO Movie einiges abgewinnen konnte, wird auch hier glücklich werden. Der selbstgerechte und über-ernste Superheld ist einfach ein gefundenes Fressen für Satire und so wird der Dark Knight hier so durch den Kakao gezogen, dass man schon fast von einer Persiflage sprechen kann. Somit haben wir nun einen neuen Eintrag im Sub-Genre der Superheldenkomödien, die wahrscheinlich nach der negativen Rezeption des sehr ernsten Batman v Superman – Dawn of Justice ein willkommenes Ventil für viele darstellen wird.

Doch das Schöne an diesem Film ist die offensichtliche Liebe zur Batman-Figur, die hier durchscheint. Denn trotz all der Seitenhiebe auf den Helden wird hier auch eine Handlung gesponnen, die Themen behandelt, die sonst oft nur in der Comicvorlage vorkommen. So übertrieben Batmans Komplexe sind, sind sie doch tief verwurzelt in der Batman Mythologie und reflektieren seine Persönlichkeit. All diese Ideen verschmelzen hier zu einem fröhlichen Tribut an alle Facetten der Comic-Ikone und was entsteht ist eine ehrliche Version von Joel Schumachers Batman & Robin: ein Film, der Spaß haben und Kinder ansprechen will, aber im Vergleich zu Schumachers Version nicht den Respekt zu den Figuren verliert.

Nicht komplett Awesome

Leider muss gesagt werden, dass gerade im Vergleich zu The LEGO Movie der Film natürlich etwas verliert. So passt der ironische Ton perfekt für die ersten zehn Minuten des Films und fühlt sich an wie ein witziges Youtube-Video. Doch wenn es am Ende des Filmes hart auf hart kommt und der emotionale Punch da sein sollte, kommt der Ton etwas ins Stolpern. Wie uns Deadpool schon gezeigt hat, kann man Satire und ernstes Drama schwer vereinen, doch bei The LEGO Batman Movie zieht sich der Kern-Konflikt zumindest durch die gesamte Handlung, auch wenn es oft an Gewichtigkeit mangelt.

Der Film bietet zwar wieder genug witzige Master-Builder Momente, in denen die Lego-Steine herumgewirbelt werden und das Lego Setting funktioniert wieder super, doch muss man hier fair sein und diese Lorbeeren dem ersten Film zusprechen, auf die hier zurückgegriffen wird. Denn visuell agiert The LEGO Batman Movie nach dem Motto “If it ain’t broke, don’t fix it” und verlässt nie die sicheren Gewässer.

Letzten Endes läuft es auf die Frage hinaus, wie sehr man sich auf einen überdrehten Film einlassen will, wenn ein Großteil des Humors aus ironischen Seitenhieben besteht. The LEGO Movie hat hier vor zwei Jahren die absolut richtige Balance für genügend Spaß gefunden ohne in das Dreamworks Gebiet abzudriften. The LEGO Batman Movie schafft dies zwar weitesgehend auch, flirtet aber schon etwas zu stark mit dem Dreamworks-Humor.

 

Fazit (Wolfgang):

Film: The LEGO Batman Movie
Rating:

User1.Wolfgang.Rating3.Recommendable.Frei_1
Empfehlenswert (3 / 5)

Für Batman Fans ist The LEGO Batman Movie definitiv sein Geld wert und auch als unterhaltsamer Kinderfilm mit positiver Message verkraftet man die Tatsache, dass dieser Spin-Off erwartungsgemäß hinter dem Original bleibt.

Weitere Meinungen aus der Redaktion

Fazit (Patrick):

Film: The LEGO Batman Movie
Rating:

User2.Krammer.Rating2.Lukewarm.Frei
Lauwarm (2 / 5)

[collapse]

2 Kommentare

  1. Über den Lego Movie haben wir ja erst neulich im GameTalk geplaudert. Schön zu sehen, dass scheinbar auch die Batman-Variante einiges richtig macht. Die scheinen den Dreh raus zu haben.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.