My Little Pony: The Movie

Was wär die Welt ohne Freunde?

Lieber Zynismus, mein kleiner Schatz, ich mag dich wirklich sehr, aber es wird Zeit, eine Pause einzulegen. Ich muss eben mal schnell eine Kritik zu einem Zeichentrickfilm über eine Spielzeugmarke verfassen, die sich mit überglücklichen Ponys bzw. Einhörnern befasst, die kunterbunte Partys schmeißen. Ja, ich weiß, wir haben sowieso keine Vorurteile, aber sie reden mit sehr hohen Stimmen, alles geht verdammt schnell und irgendwie ist es total furchtbar. Aber weißt du, ich glaub, ich mag es. Und das würdest du sicher nicht verstehen. Also chill mal kurz am Spielplatz, ich hol dich dann später ab. Bussi!

My Little Pony ist eine Spielzeugmarke, mit der Hasbro gewissermaßen eine On/Off-Beziehung führt. 1981 erstmals eingeführt, wurde die Reihe seither mehrmals beendet und wieder zu neuem Leben erweckt. Nach Wikipedia-Angaben – mehr Recherche ist es mir dann auch nicht wert – ist der aktuelle Output die vierte Inkarnation. Seit 2010 läuft eine Serie mit dem netten Beititel Friendship Is Magic, jetzt kommt eben auch ein Film heraus.

Diesen Zucker wirst du nicht mehr los

Manchmal passieren komische Dinge. (c) Tobis

Rein inhaltlich sticht dieser kaum aus dem Kinderfilm-Einheitsbrei hervor. Die magisch begabte Twilight Sparkle (gesprochen von Tara Strong) will gerade eine große, friedliche Pony-Party planen, als böse Ponys, die noch stärkere Magie haben, alles kaputt machen. Lange Rede kurzer Sinn: Die schöne Ponywelt wird bedroht und Twilight Sparkle begibt sich mit ihren Freundinnen auf eine lange Abenteuerreise, um doch noch alles hinzubekommen.

Und ja, das haben wir alles schon hunderte Male gesehen. Dennoch wird man My Little Pony nicht so schnell vergessen. Dafür ist alles einfach viel zu bunt, hyperaktiv und überladen. Diabetiker sollten sich einen Kinobesuch jedenfalls gut überlegen, denn der Zuseher wird hier nur so von Süße erschlagen. Die potthässlichen Ponys – Achtung: nur meine Meinung – haben viel zu große Augen, tragen Fell wie Haare kunterbunt und quietschen teilweise in kaum mehr zumutbaren Tonhöhen.

Baby, du hast Personality!

Manche Ponys sind noch “hübscher” – und wichtiger – als andere. (c) Tobis

Fuck ist das nervig, aber verdammt nochmal, der Scheiß hat Persönlichkeit! Da draußen wird sich kein zweiter Kinofilm finden, der das Publikum so enthusiastisch und überzeugt mit Schwachsinn befeuert. Dabei sind die plumpen Dialoge und bewusst oberflächlich inszenierten Welten keineswegs Dinge, die bei wiederholten Ansehen neue Ebenen erkennen lassen. Es ist und bleibt ein zutiefst flacher Film, aber auf eben dieser Oberfläche ist er einzigartig.

Zudem kauft man dem Film die Freundschafts-Message einfach ab. Da ist niemand lange sauer auf den anderen, Charakterschwächen werden von den Kumpels kaschiert und am Ende halten wir alle zusammen. Freundschaft rettet die Welt! Blödsinn? Mag sein, aber in My Little Pony macht es verdammt nochmal Sinn. Ich werde mir dieses Glucose-Shitfest sicherlich nie wieder anschauen, aber respektieren tu ich es allemal.

Fazit (Michael):

Film: My Little Pony: The Movie
Rating:

Empfehlenswert (3 von 5)

My Little Pony ist unfassbar anstrengend, hat aber unheimlich viel Persönlichkeit. Das, gepaart mit einer funktionierenden Message über Freundschaft, ist mehr als genug, um sich von vielen anderen Kinderfilmen abzusetzen.

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