Mad Max: Fury Road

Mit Mad Max: Fury Road kommt die Kultserie von George Miller zurück in den Blickpunkt und der vierte Teil gibt ihm scheinbar die Möglichkeit endlich seine Vision so zu verwirklichen, wie er es in Mad Max: Road Warrior nur andeuten konnte.

Die Flucht ins Kino

Film ist Eskapismus. Flucht vor der Realität, Flucht vor der Langeweile, Flucht vor sich selbst. Kino konfrontiert mit unbekannten Situationen, mit einem Bild, das man selber nie haben wird. Im Film bist du ein Held, der gute Mensch der du nie sein kannst, die Frau die nicht vom der Realität zurückgehalten wird. Deshalb lieben wir Filme, deshalb reden wir darüber. Deshalb reden wir über Emotionen, wenn wir es sonst nie schaffen. Actionfilme sind dabei eine der pursten Formen von Eskapismus. Als Kind habe ich Actionfilme immer nachgespielt, Stunts aus Mission Impossible wurden am Klettergerüst nachgestellt. Gute Actionfilme fordern dich auf sie zu bewundern, sehr gute Actionfilme nehmen dich mit auf die Reise und am Ende bist du genauso fertig wie die Charaktere selbst. Mad Max: Fury Road  ist ein solcher Film. Nachdem das erste große Action Setpiece vorbei ist und die Fackel langsam erlischt, atmet ein Kinobesucher tief aus, zu anstrengend war das reine Zuschauen von Körpern die von Auto zu Auto springen, um mit explosiven Lanzen das gegnerische Fahrzeug zu zerstören. Fury Road hat dabei die wahrscheinlich verrücktesten Charaktere in der Mad Max-Lore:

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Nachdem sich die Welt selbst vernichtet hat, und die meisten Menschen das “Gift in den Knochen tragen”, gibt es nicht mehr viel wofür es sich zu leben lohnt. Für Max (Tom Hardy, den Namen erfahren wir nur durch die Anfangscredits) ist es Überleben. Gejagt von den eigenen Dämonen – die Geschehnisse des ersten Teiles werden wage angedeutet – wird Max gefangen genommen und als lebende Blutkonserve verwendet. Die Soldaten des verrückten Immortan Joe (Hugh Keays-Byrne, schon der Bösewicht aus dem ersten Teil) brauchen sauberes Blut, denn ihr eigenes ist vergiftet. Immortan Joe herrscht über einen Felsen, seine Ergebenen dienen ihm bedingungslos, die Bevölkerung vor dem Felsen hofft auf eine tägliche Wasserdosis aus dem Berg. Immortan Joe selbst hat sich die schönsten jungen Mädls genommen, um gesunde Kinder zu züchten, mit Muttermilch füttert er sich selbst und seine Soldaten. Doch nachdem seine rechte Hand Imperator Furiosa (Charlize Theron) mit seinen Trophywives die Flucht versucht, mobilisiert er seine ganze Armee um die Jagd aufzunehmen. Max kommt zufällig mit, da er als Blutspender noch nicht ausgedient hat und die neue Galleonsfigur für Nux’ (Nicolas Hoult) Wagen ist.

Und los gehts

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Max wird zu Beginn eingesperrt die Zuschauer werden schon in den Wahnsinn geworfen. Mit 1.5-facher Geschwindigkeit bewegen sich teilweise die Szenen, Millers Lieblingstechnik aus den alten Filmen,. Die Krieger jagen Max gröhlend und schreiend. Als Kinobesucher ist man sich zuerst nicht sicher ob das jetzt wirklich sein muss, doch später entpuppt es sich als Geniestreich. Im Vergleich zum Rest des Filmes ist es ein langsames vertraut Machen des Zuschauers mit dem Stil des Filmes und was noch zu erwarten ist. Danach gibt es zehn Minuten lang Story und dann gehts schon los mit dem Wahnsinn. George Miller hat dabei soviel wie möglich ohne CGI gedreht, was nicht nur das Budget des Filmes, sondern auch den Zeitplan gesprengt hat. Dafür durften echte Cirque du Soleil Akrobaten auf langen Stäben von Auto zu Auto pendeln. Am Ende ging sich alles aus und Miller konnte durch alle Probleme durchmanövrieren. Theron und Hardy waren nicht die größten Fans voneinander und Tom Hardy entschuldigte sich öffentlich bei Miller, weil er einfach nicht wusste, was dieser von ihm in der Wüste von Namibia verlangte. Doch George Miller zog sein Ding durch und jeder Filmliebhaber sollte dankbar dafür sein und sofort ins Kino gehen. Die Verrücktheit der Welt kommt hier erst so richtig zum Ausdruck, die Soldaten des Bösewichts sind mehr weiße Skelette als Menschen, mit Beulen und Tumoren überall. Immortan Joe selbst braucht eine Maske zum Atmen, da sein Körper selbst schon so zerstört ist und trotzdem sieht er sich selbst als einzige Hoffnung. Ganz nebenbei ist der Film auch noch wunderschön anzuschauen. Konstant in ein Wüstenorange getunkt, liefert es tolle Bilder. Sollte die Nacht hereinbrechen, wird es nicht schwarz, sondern komplementär blau um den größten Kontrast zu erzielen, auch das funktioniert.

Der Mastermind George Miller

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Es scheint so als hätte Miller sich in den letzten 36 Jahren nicht verändert, er verwendet die selben Tricks, die gleiche Technik, nutzt nur die heutigen Möglichkeiten für seine wahre Vision. Wenn eine Szene zu Ende ist, wird die Leinwand schwarz, Szenenübergänge sind nicht erwünscht, die Musik lässt den Zuschauer nicht zur Ruhe kommen. Das alles hat er schon im ersten und zweiten Mad Max so gemacht, nur nicht ganz mit dem Erfolg. Klar, die Mad Max Filme sind Kult und sicher einflussreich, doch der beste Mad Max ist Fury Road. Man brauchte den ersten Mad Max um Road Warrior zu bekommen, den bisher besten der Serie, und mit Thunderdome bekommt man mehr Einblick in die Verrücktheit, doch Fury Road führt all die einzelnen Teile zusammen und setzt noch einen drauf. Die Welt ist schon so am Ende, dass die jungen Leute keine Bäume mehr erkennen, in einem Moorgebiet leben Menschen anscheinend auf Stelzen und sogar nach 36 Jahren hat Miller seinen Hass auf Motorradgangs scheinbar noch nicht beilegen können.

Max ist kein Held

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Die wahre Heldin ist Imperator Furiosa. Sie opfert ihr gutes Leben, um die Sexsklavinnen Immortan Joes zu retten und mit ihnen dorthin zu reisen, wo das Land noch grün ist, ein geradezu magisch erscheinender Ort. Furiosa ist dabei die wahre Kriegerin, einarmig mit einer Metallprothese lenkt sie meiste Zeit den beladenen Laster durch die Wüste. Im Kampf hat sie meistens die Oberhand, nicht umsonst gibt es laue Stimmen, die Mad Max: Fury Road wegen seiner feministischen Botschaft boykottieren wollen.

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Max ist im Gegensatz zu Furiosa kein Held. Er kommt nur durch Zufall in den Laster mit den jungen Frauen und würde sie sofort im Stich lassen, wenn es seine Chancen auf Überleben erhöhen würden. Wenn man drüber nachdenkt, macht er genau das in einer Szene. Diese zerstörte Welt hat einfach einen guten Menschen kaputt gemacht und im besten Fall schimmert hin und wieder der alte Max durch, doch meistens gilt für ihn nur eines: Überleben.

Fazit (Patrick):

Film: Mad Max – Fury Road
Rating:

User2.Krammer.Rating4.Great.Frei
Sehr Gut (4 / 5)

Mad Max: Fury Road ist ein grandioser Film, mit unglaublich guter Action und einer Protagonistin, die man zurecht als feministisch bezeichnen kann. Die Action ist so atemraubend, dass man gar nicht zusammenfassen kann, was so toll ist, sondern nur Eindrücke geben. Man muss es einfach selbst erleben. Es gibt keinen Grund den Film nicht zu sehen, wenn man an Kino interessiert ist. Fury Road ist Kino in Reinkultur und wär er nicht ein Euzerl zu lang, hätte er sich ein Perfekt verdient. So hat Fury Road nur einen Notenschnitt von 1.1 und damit ein Sehr Gut.

Weitere Meinungen aus der Redaktion

Fazit (Wolfgang):

Film: Mad Max – Fury Road
Rating:

User1.Wolfgang.Rating4.Great_.Frei_1
Sehr Gut (4 / 5)

Fazit (Michael):

Film: Mad Max – Fury Road
Rating:

User3.Rating.4.Great_low_res
Sehr Gut (4 / 5)

Fazit (Anne-Marie):

Film: Mad Max – Fury Road
Rating:

User4.Rating.5.Excellent
Exzellent (5 / 5)

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3 comments for “Mad Max: Fury Road

  1. The king in the north
    28. Mai 2015 at 16:53

    Ich finde es eine Schande, dass nie erwähnt wird, dass Trucks in dem Film flippen!
    Als treuer Leser will ich auf jeden potentiellen Flip hingewiesen werden, dafür bin ich schließlich hier!

    • 28. Mai 2015 at 18:43

      Lieber unbekannter king in the north,
      ich versteh deine Kritik natürlich zu gut, aber es ist doch das Ziel, den ungebildeten Leser zu höheren ebenen zu befördern…
      …sogesehen, gerngeschehen

    • 29. Mai 2015 at 14:47

      spätestens bei Terminator GeniSys wird über mögliche Truckflips diskutiert, keine angst!

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