The Big Short

Regisseur Adam McKay ist eigentlich für seine schlechten Komödien und Anchorman berühmt, doch jetzt lässt er den absurden Slapstick hinter sich, um sich dem Börsencrash zu widmen. Den komplexen Stoff verpackt er in dem bunten und lauten The Big Short. Und wenn sich jemand nicht mehr auskennt, erklärt es einem Margot Robbie in einem Schaumbad.

Michael Burry (Christian Bale) ist der Erste, der es in den frühen 2000ern entdeckt. Die Geschäfte rund um Hypotheken auf Häuser werden immer gefährlicher und stehen kurz vor dem Aus. Weil ihm niemand glaubt, beschließt er gegen das Fundament der amerikanischen Wirtschaft zu wetten. Einige wenige andere sind auch seiner Meinung, darunter Mark Baum (Steve Carell) und Jared Vennett (Ryan Gosling), die versuchen die Gründe für die bevorstehende Katastrophe zu finden.

Der Star unter den Stars

© Universal
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The Big Short wartet mit einem Haufen Stars auf, aber die großen Stars dieses Filmes sind der Editor Hank Corwin und Regisseur Adam McKay. McKay schafft es einen sauberen und gut verständlichen Film hinzuzaubern, während der Schnitt des Filmes eine unglaubliche Energie erzeugt. In 130 Minuten wird einem nie langweilig und die Geschichte bewegt sich mit einer rasanten Geschwindigkeit voran. Bei einer so fremden Thematik gibt es einen Haufen an Begriffen und Vorgängen, die dem Zuschauer erklärt werden müssen und es gelingt Big Short aus diesem Problem eine große Stärke zu machen. Das Drehbuch verzichtet auf lange Gespräche voller Exposition und bringt Zunder in die Geschichte. In Cutaways erklären berühmte (und weniger berühmte) Gesichter, Konzepte wie Collateralized Debt Obligation (CDO) oder Synthetic CDOs. Die größte Leistung von McKays Drehbuch ist es aber, dass man nicht alles verstehen muss. Auch wenn man bei einer der Entwicklungen aussteigt, kriegt man immer mit, wie kaputt und teilweise kriminell das System ist.

The Big Short macht es sich ein bisserl einfach, all die Schuld auf die Dummheit der Broker und die Korruption des Systems zu schieben. Diese Dinge haben die Krise nicht allein erzeugt, sondern sie ‘nur’ in noch größere Proportionen getrieben. McKay konzentriert sich aber lieber auf die nervenaufreibende Korruption, die in vielen kleinen Szenen durchscheint. Ob Evie (Karen Gillan), die für die Börsenaufsicht arbeitet, aber nur einen besser bezahlten Job bei ihren Kunden haben will, oder Georgia Hale (Melissa Leo), die bei einer Rating-Agentur die notwendigen AAA-Ratings verkauft, es regt auf.

Bale im Incognito-Modus

© Universal
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Christian Bale ist auch hier kaum wiederzuerkennen. Sein Michael Burry sperrt sich tagelang ins Büro ein und trommelt zu lauter Heavy Metal Musik auf dem Schreibtisch herum. Seine sozialen Kontakte beschränken sich auf ein Minimum und beim Analysieren von großen Zahlenbergen fühlt er sich am wohlsten. Steve Carell als grantiger Revoluzzer und Ryan Gosling als schmieriger Banker spielen ihre Rollen fast zur Perfektion, aber die auffälligste Leistung zeigt eindeutig Bale.

Moviequation

MQ

Fazit (Patrick):

Film: The Big Short
Rating:User2.Krammer.Rating4.Great.Frei

Sehr Gut (4 / 5)

Adam McKays The Big Short ist ein schneller Film über den Beginn der Wirtschaftskrise, der das Thema mit einer gewissen Leichtigkeit angeht, das es für viele Leute zugänglich macht. Der Film hat es geschafft, zu einem Rolling Stones Album der Wirtschaftsfilme zu werden.

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Patrick Verfasst von:

Autor, Editor und Podcaster er kann schon mal Blockbuster und Kunstfilme mögen, am Ende des Tages verliebt er sich aber meistens in die Indies. Wenn er einmal etwas in sein Herz geschlossen hat, verteidigt er es wie ein treuer Hund.

Ein Kommentar

  1. Toni Magpie
    19. Januar 2016
    Antworten

    Freitags im Originalton mit Untertiteln gesehen, was mir zur Abwechslung mal nicht auf die Nerven ging, weil’s dann doch ganz praktisch war, das ein oder andere nicht verstandene schnell nachlesen zu können.. Habe den Film auch sehr genossen, wobei bei dem Gezeigten auch das absolute Gegenteil der Fall war. Obwohl ich natürlich schon wusste, worauf die Sache hinauslaufen würde, war ich sehr mitgenommen und ging angepisst und mit einem hoffnungslosen Gefühl der Machtlosigkeit aus dem Kino. Das soll aber keine Kritik darstellen, sondern macht für mich die Stärke dieses Films aus.. Menschen, die der Thematik bislang erfolgreich aus dem Weg gingen, werden durch die unterhaltsame Art dazu gezwungen, sich die ganze Sache unter die Nase reiben zu lassen. Das wohl jeder andere auch die selbige Machtlosigkeit, etwas am bestehenden System zu ändern, verspührt, hilft uns zwar unmittelbar nicht weiter; das Bewusstsein, das dadurch jedoch geschaffen wird, verspricht aber womöglich Hoffnung für die Zukunft. Wir werden sehen. Gewiss ist jedoch, dass mit diesem Film sicherlich mehr Impact erzielt wird, als es mit einer reinen Dokumentation hätte erreicht werden können.

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