Hotel Rock’n’Roll

Mit Hotel Rock’n’Roll liefert Michael Ostrowski eine Fortsetzung der Filme Nacktschnecken und Contact High, die für Neueinsteiger wenig Lust auf mehr macht.

Nachdem ihr Onkel ihr ein Hotel vererbt, beschließt Mao (Pia Hierzegger) mit ihren Freunden Max (Michael Ostrowski) und Jerry (Gerald Votava) dieses zu einem Rock and Roll Hotel umzumodeln. Die Sache wird verkompliziert durch Schorsch (Georg Friedrich), der nach einem Banküberfall das Fluchtauto im Hotelteich versenkt. Als wäre das schon nicht anstrengend genug, häufen sich die Geldprobleme und eine Verwechslungskomödie entbrennt. Huren werden bestellt, Pensionistinnen mit Huren verwechselt, Schorsch will sein Geld und das Trio muss mit einem Konzert ihrer Hobby Rockband genug Geld sammeln, um das Hotel nicht verkaufen zu müssen.

All das klingt recht überladen und ist es auch.

Verwechslungskomödie im Leerlauf

Hotel RocknRoll 4
© Luna Film Gmbh

Hotel Rock’n’Roll dauert zwar nur 100 Minuten, wirft aber munter mit allen Klischees einer Verwechslungskomödie um sich. Figuren verpassen sich, missverstehen einander oder werden in scheinbar lustige Situationen geworfen. Leider genügt sich das Drehbuch schon mit diesen oberflächlichen Handlungselementen, die recht willkürlich aneinander gereiht werden. Besonders bitter ist, dass sämtliche Akteure des Filmes kaum an Tiefe gewinnen und so die recht kurze Laufzeit schier endlos erscheint.

All das wird verschärft durch ein Gefühl der absoluten Willkür. Ein überironischer Einstieg bricht mehrmals die vierte Wand, doch dieses Zwinkern zum Publikum wird gleich wieder verworfen, fast so als würde sich der Film alle zehn Minuten neu entscheiden, welches Ziel er nun verfolgt.

Brenner ohne Hader

Hotel RocknRoll 2
© Luna Film Gmbh

Doch eine rudimentäre Handlung könnte noch entschuldigt werden, wenn die Witze landen würden. HIER aber fällt Hotel Rock’n’Roll absolut flach. Dass die österreichische Mentalität ein unglaublich dankbarer Nährboden für übertriebene Komödien ist, wird von Wolfgang Murnbergers Brenner Filmen regelmäßig bewiesen. Ähnlich ist es auch bei Hotel Rock’n’Roll, denn durch die merkwürdigsten Zufälle stolpern die Figuren ineinander und wissen oft gar nicht genau was gerade vor sich geht.

Neben dieser Abstrusität versucht sich Hotel Rock’n’Roll mit ein bisschen Provokation, welche sich jedoch meist auf die – ich sage es mal so – Österreichische Grindigkeit hinausläuft. Auch das ist etwas, das in vielen österreichischen Filmen super funktioniert, aber hier wird Grindigkeit um der Grindigkeit willen zelebriert. Dieser Effekt kann zwar wirken, ist aber sehr schnell durchschaubar und nutzt sich schnell ab.

Aller guten Dinge sind drei

Hotel RocknRoll 3
© Luna Film Gmb

 

Nach Sex (Nacktschnecken) und Drugs (Contact High) muss jetzt der Rock’n’Roll in dieser Filmreihe kommen. Da ich jedoch die ersten beiden Teile nicht gesehen habe, bei denen der verstorbene Regisseur Michael Glawogger Regie geführt hat, kann ich nicht bewerten, ob dieser dritte Film etwas für die Fans ist. Als Neuling machte er wenig Lust auf mehr.

Michael Ostrowski hatte gemeinsam mit Glawogger die Drehbücher zu allen drei Filmen geschrieben, ist für diesen Film zwangsläufig in die Rolle des Regisseurs geschlüpft und hatte sicher eine wenig beneidenswerte und schwierige Aufgabe.

Leider bietet Hotel Rock’n’Roll wenig interessante Ideen jenseits der bereits erwähnten Grindigkeit.

Fazit (Wolfgang):

Film: Hotel Rock’n’Roll
Rating:

User1.Wolfgang.Rating2.Lukewarm.Frei_1
Lauwarm (2 / 4)

Hotel Rock’n’Roll räckelt sich 100 Minuten in seiner eigenen Grindigkeit. Der Schock und Humor lassen aber schnell nach und man schaut entweder auf die Uhr oder wartet auf die nächste künstlich inszenierte Verwechslung.

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Wolfgang Verfasst von:

Der Host des Flipthetruck Podcasts. Mit einem Fokus auf Science Fiction und Roboter sucht er ständig jene Mainstream Filme, die sich nicht als reine Unterhaltungsfilme zufrieden geben.

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