Ratchet & Clank

Die Neuauflage des Konsolen-Klassikers Ratchet & Clank bekommt in Form eines Kinobaenteuers einen gut 90minütigen Werbefilm und der ist wohl ausschließlich für die Fans da.

Lol, voll ironisch

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Der erfinderische Lombax Ratchet (James Arnold Taylor) wäre so gern Superheld, kann diesen Traum aufgrund seiner körperlichen Voraussetzungen aber nicht ausleben. Als Oberbösewicht Derek (Paul Giamatti) beschließt, diverse Planeten zu zerstören, kann sich Ratchet aber doch für größere Aufgaben empfehlen. Gemeinsam mit dem zu klein geratenen Roboter Clank (David Kaye) darf er sich der elitären Superheldeneinheit von Dumpfbacke Captain Qwark (Jim Ward) anschließen, um die Galaxie zu retten.

In Ratchet & Clank bewegt sich nicht nur dieser formelhaft anmutende Plot auf recht seichtem Niveau, auch hinsichtlich der anderen Elemente wirkt der Film wie ein sehr rasch verwirklichtes Projekt. Die Motivation des Bösewichts ist seine Boshaftigkeit, die Charaktertiefe bleibt auf gut/böse/klug/dumm-Niveau und die Animation erreicht höchstens überdurchschnittlichen Direct to DVD-Level. Moralischen Konflikten wird aus dem Weg geganen, wenngleich nicht sehr geschickt. Nachdem ein mit Millionen Bewohnern bevölkerter Planet zerstört wird, wird schnell noch erwähnt, dass – abseits der Kamera, versteht sich – eh alles rechtzeitig evakuiert wurde.

Anschauungsbeispiel

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Und wenn man sich keine Arbeit machen möchte, um einen guten Film zu produzieren, dann schmeißt man im 21. Jahrhundert einfach eine fette Portion Ironie drauf. Daher ist diese Computerspiel-Verfilmung zwar an sich höchst trivial, bietet aber einen ganz netten Überblick wie das 08/15-Projekt unserer Zeit aussieht. Ganz nach dem Vorbild Guardians of the Galaxy wird hier jeder offensichtliche Fehler mit Sarkasmus überspielt und vermeintlich emotionale Szenen müssen durch einen lustigen Spruch entwertet werden. Hat das Charme? Nö, überhaupt nicht, aber es ist eben en vogue. Marvel, sei Dank!*

Kurzum: Ratchet & Clank ist schlecht. Aber er ist zugleich kein Desaster und Hardcore-Fans der Spiele wird er vielleicht einigermaßen zufrieden stimmen. Nicht zuletzt deswegen weil die Games-Reihe in Sachen Story ohnehin nie hohe Standards setzte. Ein paar versteckte Anspielungen – als jemand, der vor ca. 10 Jahren ein paar Mal zugesehen hat, hab ich lediglich den Ladebildschirm irgendwo entdeckt – sind sicherlich auch dabei. Und immerhin beleidigt der Film niemanden, das ist eine gar nicht zu unterschätzende Leistung. So gibt es beispielsweise gleich zwei Frauen im Heldenteam, die zwar keine Hauptrollen einnehmen, aber wenigstens nicht als Love Interest herhalten müssen.

Moviequation:

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Fazit (Michael):

Film: Ratchet & Clank
Rating:

Lauwarm (2 / 5)

Ratchet & Clank ist eine lieblos umgesetzte Computerspielverfilmung, die nur für ganz große Fans der Games-Reihe empfehlenswert ist.

Weitere Meinungen aus der Redaktion:

Fazit (Anne-Marie):

Film: Ratchet & Clank
Rating:

User4.Rating.2.LukewarmLauwarm (2 / 5)

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*Um Missverständnisse zu vermeiden: Marvel-Filme sind nicht schuld daran, dass Ratchet & Clank ein schlechter Film ist. Ihr Erfolg gibt lediglich vor, wie ein lieblos hingeklatschtes Kinoabenteuer momentan aussehen sollte – vergleichbar mit dem Dark & Gritty-Trend, den Nolans Batman-Reihe einst ausgelöst hat.

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Michael Verfasst von:

Autor, Editor, Public Relätions Michael ist der Arthouse Hipster des Teams, dessen Korrektheit und ruhige Art dafür sorgen, dass die Diskussionen immer fair bleiben und Beleidigungen nur zulässt, wenn sie mit Fakten belegt werden können.

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