Skyscraper

Dwayne Johnson 2024

Dwayne Johnson ist kein echter Mensch, er ist eher der feuchte Traum jeder Marketingfirma. Er ist eine Marke, die gerade anfängt ihr Potential auszuschöpfen. Johnsons eigene Produktionsfirma Seven Bucks Productions macht die Art von Filme, die die Marke Dwayne Johnson weiter ausbauen. Sein neuester Film Skyscraper lässt keinen Zweifel mehr, dass es hier nicht um Filme an sich geht, sondern um Johnson selbst.

In Skyscraper spielt er Will Sawyer, ein ehemaliger FBI-Agent, der sein Bein bei einer Geiselbefreiung verloren hat, und jetzt eine Sicherheitsfirma aus seiner Garage betreibt. Er ist der hard working blue collar American. Für den chinesischen Multimilliardär Zhao Long Ji (Chin Han – he is good with numbers) soll er die Sicherheitsüberprüfung für dessen neuestes Gebäude machen. Doch böse Verbrecher haben ein Problem mit dem Gebäude und dessen Besitzer und so kommt Sawyers Familie in Gefahr. Und das geht gar nicht.

© 2018 Universal Pictures International

Vor der Kamera hilft Johnson Neve Campbell aus. Als seine Frau Sarah, selbst ehemalige Militärsanitäterin in Afghanistan (what else?), ist sie mindestens genauso badass wie er. Zwei Kinder, am Anfang ganz süß, wenn’s gefährlich wird ganz rettungsbedürftig, machen Familie Sawyer komplett. Hinter der Kamera übernimmt Rawson Marshall Thurber die Rolle als Regisseur. Eigentlich ein guter Comedy-Regisseur (Easy A, We’re the Millers, Dodgeball), hat er es geschafft in den inneren Zirkel von Johnson zu kommen und will dort auch nicht mehr weg.

The campaign starts

Thruber hat auch das Drehbuch geschrieben und hatte Johnsons Zustimmung wohl bei der ersten Szene. In Kampfmontur stürmen sie ein Haus, in dem ein Mann seine Familie als Geisel genommen hat. Es geht etwas schief, und Johnsons Charakter verliert sein Bein, ein toller Weg in vielen Instagram-Postings über Inspiration und Kampfgeist zu reden. Skyscraper wirkt generell wie das längste Wahlkampfvideo der Geschichte, auch wenn Johnson eine Kandidatur für 2020 kürzlich ausschloss, ist eine politische Karriere wahrscheinlich. Die Figuren wurden mit einer Kettensäge geschnitzt, über Stereotypen kommen sie nicht hinaus. Das ist auch gar nicht gewollt. Die Persona Johnson ist die Figur Sawyer: gut, heldenhaft, fehlerlos. Komplexität oder Dreidimensionalität schadet nur.

© 2018 Universal Pictures International

In einem genialen bis unglaublich dummen Schachzug positioniert das Skript vor dem brennenden und bald einstürzenden Gebäude eine große Menge an Schaulustigen, die wie beim Public-Viewing übertragen bekommen, was Johnson gerade auf der Hausfassade im 100. Stock tut. Nach jeder Aktion sieht man die Menschenmenge, wie sie jubelt und ihn anfeuert. Eine tolle Idee.

Ein Film wär da ja auch noch

Hinter all dem findet sich allerdings ein absolut brauchbarer Film. Die CGI-Szenen sind wirklich gut gemacht, das war teuer und auch die waghalsigen Klettertouren an der Fassade sind spannend. Thurber schafft es, den ZuschauerInnen ein Gefühl von Höhe zu geben, wodurch Action, die schnell als Greenscreen-Spielerei (nicht wegen schlechter Effekte, sondern Logik) abgetan hätte werden können, wirklich nervenaufreibend ist. Leider funktioniert das nur in den Szenen, die die Story nicht vorantreiben, denn sobald Story erzählt wird, wird es etwas seicht. Das liegt nicht nur an den vielen Cookie-Cutter-Figuren (ich hab noch gar nicht über die Anime-Bösewichtin geredet), sondern auch an der Geschichte selbst, die am Ende doch ganz wenig Sinn macht.

Fazit

Film: Skyscraper

Rating:

Empfehlenswert (3 von 5)

Auch wenn Skyscraper in erster Linie ein Werbefilm für die Marke Dwayne Johnson ist, brennt die Action lichterloh. Die Story ist dafür nicht mehr als ein Streichholz, das bald ausgehen wird, aber wer in Skyscraper geht, auf dessen Poster Johnson von einem Kran zu einem Hochhaus springt, kommt nicht wegen der Story.

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