Podcast 187 – Matrix Resurrections

Wir kehren zurück zur Matrix, Timeloops, Psychosen, süßen Maschinen und ewiger Liebe.

Dass The Matrix Resurrections einiges an Diskussionstoff bietet stand für Wolfi und Anne außer Frage. Gemeinsam mit Julia Ritter vom feministischen Buchpodcast Die Buch springen wir von der Matrix in spannende Film- und (ausnahmsweise mal) Buchdiskussionen.

Viel Spaß beim Hören!

In dieser Episode sprechen

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Wolfgang Steiger
Host
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Anne-Marie Darok
Flip the Trucker
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Julia Ritter
"Die Buch" der feministische Buchpodcast

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Alle regulären Folgen von Flip the Truck auf einen Blick:

Feedback

Bevor wir uns wieder in die Matrix einklinken gibt es noch eine kurze Runde Neuigkeiten. Wir freuen uns, Karten für die Ennio Morricone Retrospektive im Filmmuseum zu verlosen. Alle Infos dazu gibt es hier zum Nachlesen.

Auch Anne war neben unserer Kino der Sterne Retrospektive auch im Fernsehsessel Podcast zu hören, wo sie über den Oscar Kandidaten Drive my Car geplaudert hat. Die ganze Episode könnt ihr hier nachhören.

The Matrix Resurrections

Regie: Lana Wachowski
Drehbuch: Lana Wachowski, Aleksandar Hemon, David Mitchell
Jahr: 2021

Fast zwanzig Jahre nach dem Ende der Trilogie wird die Matrix neu gestartet. Thomas Anderson/Neo (Keanu Reeves) findet sich in einer surrealen modernen Welt wieder, in der seine Erlebnisse schneinbar nur in einem Computerspiel mit dem Titel Matrix stattgefunden haben.

Wir gehen unsere Eindrücke zum Film kurz durch, ehe wir chronologisch durch die Geschichte streifen und an geeigneten Punkten abbiegen.

Happy Death Day

Regie: Christopher Landon
Drehbuch: Scott Lobdell
Jahr: 2017

In Matrix Resurrections versucht Neo permanent aus seinem mentalen Gefängnis auszubrechen. Doch jedes Mal, wenn er dem Ziel nahe scheint, wird die Realität zurückgesetzt und gleich einer Zeitschleife wiederholen sich Ereignisse.

Das Zeitschleifenkonzept bietet für eine Vielzahl an Filmen ein kreatives Ventil. In unserem Best of 2021 haben wir mit Palm Springs einen Vertreter dieses Genres gehabt. Im Rahmen der Diskussion kamen wir auch auf Happy Death Day zu sprechen. Die Horror-Komödie erzählt die Geschichte von Tree (Jessice Rothe), die ihren Geburstag immer von neuem durchlebt bis sie im Laufe des Tages ermordet wird.

Wie kontrastiert die Zeitschleife in Happy Death Day mit den Erlebnissen Neos in Matrix Resurrections? Die Podcastenden vergleichen die unterschiedliche Art, auf die wiederholende Elemente eine Geschichte beeinflussen und wie diese Idee des zyklischen Erzählens auch in unserer Reboot-Kultur verwendet wird, um alte Geschichten neu zu inszenieren.

Dystopien

Kauen wir die gleichen Geschichten so lange wieder, bis sie an Bedeutung verlieren? Zu diesem Schluss könnte man kommen, wenn man Neo durch die neue Matrix verfolgt. Da Julia Ritter mit Die Buch inen Literaturpodcast betreibt, bietet sich eine Abbiegung in die Bücherwelt an.

Hier kontrastiert Julia die neue Matrix mit zwei klassischen Dystopien: 1984 von George Orwell und Brave New World von Aldous Huxley. Während sich die ursprüngliche Matrix Trilogie näher an Orwells oppressiver Geschichte orientierte, passt für Matrix Resurrections der Vergleich zu Brave New World, hat doch Neo jetzt scheinbar ein tolles Leben und auch nichts zu beklagen. Alles perfekt… oder?

Maschinen und Frieden

Wenn Neo sich dann doch endlich aus den Fesseln der Matrix befreit, erwartet ihn eine apokalyptische Realität, die den Helden zweifeln lässt. Doch in dieser Dystopie blüht ein kleiner Optimismus und ein Frieden zwischen Mensch und Maschine. Hier wird auch der vierte Matrix wieder ein verkopftes Science Fiction Werk, das sich jedoch vom düsteren Cyberpunk entfernt und sich in die hoffnungsvollere Richtung der Genres Solarpunk/Hopepunk bewegt. In diesen moderen Strömungen wenden sich scheinbar hoffnungslose Szenarien doch meist zum Positiven.

Der Frieden in Matrix Resurrections ist zwar kein Freudentanz, der den Globus umspannt, aber die Saat für eine positive Zukunft wird hier gesäht, auch wenn viele im Publikum in genau diesen Segmenten des Films außen vorgelassen werden.

Atonement

Regie: Joe Wright
Drehbuch: Christopher Hampton
Jahr: 2007

Nach einer Ladung Maschinenpolitik wird Matrix Resurrections am Ende wieder eine kleine Geschichte von Neo und Trinity (Carrie-Anne Moss), die wieder zueinander finden. Nach dem tragischen Ende der beiden Liebenden in der originalen Trilogie wirkt der vierte Film nun wie eine Coda, in der Lana Wachowski ihren Filmen ein Happy End schenkt. Der Film erhält noch eine weit persönlichere Ebene, wenn man liest, dass Lana in diesem Film auch ihre Beziehung zu ihren verstorbenen Eltern einfließen ließ.

Der Wunsch mit Fiktion die Realität eine Spur schöner zu machen ist auch ein zentrales Thema im britischen Drama Atonement, das 2007 auch beim Oscar-Rennen mitmischte.

Vorschau & Kontakt

Das Jahr geht gleich munter weiter, denn schon bald sind die Oscars 2022 auf dem Horizont und dieses Jahr sind wir schon ein bisschen mehr im Oscar Fieber. Parallel dazu warten wir mit einem Scream Special auf und auch unsere Kino der Sterne Retrospektive geht in die siebte Folge.

Flip the Truck – Der österreichische Film-Podcast

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Banner: Matrix Resurrections- © Warner Bros.

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Der österreichische Filmpodcast ist eine Plattform für detailierte Diskussionen über Filme, sei es Mainstream oder Indie. Neben Oscar-Analysen gibt es regelmäßige Interviews mit Filmschaffenden.