Paddington 2 | Flipthetruck - Der österreichische Film-Podcast

Paddington 2

Der süße Bär mit rotem Hut und blauem Dufflecoat hat uns schon einmal überrascht. Ist Paddington 2 genauso toll wie der erste Film?

Der Bär Paddington Brown (vollständig animiert und gesprochen von Ben Wishaw) hat sich nach dem ersten Teil nun in London eingelebt. Und da Paddingtons Tante Lucy (gesprochen von Imelda Staunton) schon bald 100 Jahre alt werden wird, sucht er ein Geschenk, das er ihr nach Hause in den Dschungel von Peru schicken kann. Sein Blick fällt auf ein liebevoll gestaltetes, antiquiertes Pop-Up Buch von London – einfach perfekt! Damit kann Tante Lucy sehen, wie schön die Stadt ist. Da sich die teure Buch nicht von selbst kauft, beschließt Paddington einen Job zu suchen.

Doch neben chaotischen Ausflügen in den Friseursalon und den Alltag eines Fensterputzers gibt es noch andere Hindernisse. Denn der hinterhältige Schauspieler Phoenix Buchanan (Hugh Grant) hat das alte Buch ebenfalls ins Auge gefasst…

Und ehe sich der Bär verschauen kann, wird er für den von Buchanan verübten Diebstahl verantwortlich gemacht. Als nach London migrierter Bär glaubt ihm die Polizei nicht, dass er unschuldig am Tatort war und so muss der arme Paddington ins Gefängnis.

Immer an das Gute glauben

Das klingt ja alles nach einem dunklen Reboot des Paddington Franchises… aber keine Angst, der Bär mit dem Herz aus Gold sieht überall das Gute und selbst im Gefängnis schafft er es dem brutalen und einschüchternden Kantinenkoch Knuckles (Brendal Gleeson) wieder Lebensfreude einzuhauchen.

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Knuckles (Brendan Gleeson) und Paddington (Stimme: Ben Whishaw) in Paddington 2 – © Constantin Film

Die Konflikte sind vorhanden, aber natürlich ist Paddington 2 ein Film für die ganze Familie und so gibt es zwar einige Kanten, die aber mehr als großzügig ausgepolstert sind. Aber trotz der Fröhlichkeit versucht auch der zweite Teil an etwas Sozialkritik. Wenn die Familie Brown Pins mit “Free Paddington” verteilt und Nachbar Curry (Peter Capaldi) vor dem kriminellen Einwanderer warnt, ist klar, dass der Film ähnlich wie Zootopia komplexe moderne Themen an Kinder vermitteln will. Es soll aber auch angemerkt sein, dass Paddington 2 nie die Finesse von Disneys sozialkritischem Animationsfilm erreicht.

Schön konstruiert

Paddington 2 muss aber gar kein Zootopia seinEs reicht, dass der Film die eigenen Figuren liebt und man mit diesen gerne Zeit verbringt. Selbst ohne Kenntnisse des ersten Films wächst die Familie Brown ans Herz und gleich einer TV-Serie erhält jede Figur einen klitzekleinen Bogen, der bis zum Ende des Films gespannt wird. Vater Henry (Hugh Bonneville) lebt seine Midlifecrisis aus, während seine Frau Mary (Sally Hawkins) unbedingt Abenteuer erleben will. Tochter Judy (Madeleine Harris) betätigt sich journalistisch und Jonathan (Samuel Joslin) lebt seine Pubertät mit einer Rapper-Phase aus. All das ist ein angenehmes Bett für ein neues Abenteuer mit dem Bären. Die vielen kleinen Handlungen geben fast das Gefühl, eine wunderschön produzierte TV-Staffel zu schauen, was dieses Jahr auch schon bei Siebzehn wunderbar funktioniert hat.

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Bösewicht Phoenix Buchanan (Hugh Grant) und Paddington (Stimme: Ben Whishaw) in Paddington 2 – © Constantin Film

Die Liebe zum Detail in Paddington 2 kann nicht überbetont werden. Man sieht hier eindeutig, den Effekt von Harry Potter auf die britische Filmlandschaft: Kamerafahrten durch Uhrwerke, sich auffaltende Pop-Up Bücher mit verspielten Aufnahmen und auch ein süß animierter Bär… es ist wohl kein Zufall, dass bei einem so technisch versierten britischen Film der Potter-Produzent David Heyman seine Hände im Spiel hatte.

Fazit (Wolfgang)

Film: Paddington 2
Rating:

Sehr Gut (4 von 5)

Paddington 2 ist “lieb” im besten Sinne des Wortes. Wenn man dann auch noch ein Fabel für London hat und Hugh Grant gerne dabei zusieht, wie er ein lächerliches Kostüm nach dem anderen anzieht, steht dem Spaß nichts im Weg. Regisseur Paul King liefert eine Fortsetzung, die den Figuren treu bleibt, ein bisschen politisch, aber vor allem unendlich optimistisch ist. Ein wunderbarer Film, von dem sich andere Familienproduktionen einiges abschauen können.

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