Die Legende der Prinzessin Kaguya (jap.:Kagujahime no monogatari)

Die Legende der Prinzessin Kaguya ist das neueste Werk des Ghibli Studios aus der Feder von Isao Takahata. Es handelt von der alten japanischen Geschichte Taketori Monogatari (deutsch:  Die Geschichte vom Bambussammler), in der besagter Bambussammler und seine Frau in einem Bambusstamm ein Kind finden und dieses zu unbeschreiblicher Schönheit aufziehen.

Wie ist nun aber die Verfilmung dieser in Japan berühmten Sage?

Es war einmal…

… ein alter Bambussammler der in den Wald ging und in einem Bambusstamm ein kleines Wesen fand, das er mit nach Hause nahm, wo es zu einem Säugling wird. Er und seine liebende Frau ziehen es auf und sehen sie als Wunder. Sie wächst viel schneller als andere Kinder und wird unbeschreiblich schön. Ihr Vater bekommt vom Wald immer wieder Gold geschenkt, das er als Zeichen sieht, seine Tochter zur adligen Dame zu erziehen. Gesagt, getan. Das Wort über ihre Schönheit verbreitet sich im Lande und es kommen fünf Prinzen, die sich um ihre Gunst bemühen. Das alles und noch mehr spielt nun über 137 Minuten.

Der Stil

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Wenn man an die bekannten Ghibli Filme denkt, wird man wohl schon einen sehr klaren visuellen Stil im Kopf haben. Die Legende der Prinzessin Kaguya unterscheidet sich von diesem Stil doch sehr, der Film hat eher den Look von älteren Kinderbuchillustrationen, es wirkt etwas sketchhaft. Zuerst habe ich überhaupt gedacht, dass lediglich die Vorgeschichte auf diese Art inszeniert wird und sich mit fortschreitender Handlung die gewohnten Bilder einstellen würden, doch Kaguya bleibt von Anfang bis Ende auf einer stilistischen Linie.

Doch der Stil ist sehr angenehm fürs Auge und wird auch durchaus künstlerisch eingesetzt. Der Rand der Leinwand bleibt manchmal weiß, weil der Hintergrund nicht zu Ende gezeichnet wurde, in einer Sequenz wird der Film geradezu surrealistisch, wenn die schnellen Bewegungen zu einem Farbstreifen werden, die Farben nicht mehr von den schwarzen Umrandungslinien zurückgehalten werden können und sie energiegeladen darüber hinaus quillen.

Eine kurze Gute-Nacht-Geschichte

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Das was der Stil teilweise beeindruckend ausdrückt, wird von einer viel zu langen Laufzeit umterminiert. Die Geschichte rechtfertigt keine zwei Stunden und wenn es schon mal ewig dauert, bis die Prinzessin in die Stadt kommt, wird aus jeder Kleinigkeit ein großes Theater gesponnen. Die Namensgebung zu Kaguya dauert eine kleine Ewigkeit und wenn dann irgendwann die fünf Verehrer antanzen und ihre fünf Aufgaben erfüllen müssen, fühlt man die Länge umso mehr. Wenns dann danach noch weiter geht und der Kaiser auftritt, fragt man sich wieso man vorher soviel Zeit verschwendet hat für nix und wieder nix.
Dass die Auflösung des Filmes so wie nebenbei daherschwebt und total überhudelt wirkt, hilft dann auch wenig.

Die Rolle der Frau

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Das beste an Die Legende der Prinzessin Kaguya ist wohl die, nicht besonders dezente, Kritik an der Fremdbestimmung der Frau im früheren Japan. Lange folgt man einer wilden Kaguya, die dann zu einer gut erzogenen jungen Dame werden sollte und daraufhin allem entsagen musste. Sie wird ihren Freunden entrissen und darf dann auch nicht mehr herumlaufen, sondern nur noch langsam schreiten. Die Augenbrauen müssen gezupft werden und anscheinend ist es ein altes Schönheitsideal wenn man die Zähne einer Frau nicht sehen kann. Also schwarz färben.

Nett ist es mit anzuschauen, wenn sie ihren Verehrern, die gewohnt sind alles zu bekommen, Hindernisse in den Weg legt und ihnen unmögliche Aufgaben stellt. Ich unterstelle dem Drehbuchautor Isao Takahata einfach einmal, dass er das Originalende der Sage gezielt komplizierter gestaltet hat. Kaguya entscheidet schlussendlich selbst über ihr Schicksal, auch wenn sie sich nicht ganz über die Konsequenzen im Klaren ist und dann mit ihnen zurechtkommen muss. Die Sage endet eigentlich mit der Namensgebung des Berges Fuji, doch dies wird ausgelassen, die Prioritäten liegen wo anders.

Fazit (Patrick):

Film: Die Legende der Prinzessin Kaguya
(jap.:  Kaguya-hime no Monogatari)
Rating:

User2.Krammer.Rating2.Lukewarm.Frei
Lauwarm (2 / 5)

Die Legende der Prinzessin Kaguya ist eine langatmige, ruhige Geschichte über eine junge Dame. Der Film ist eher episodenhaft angelegt und dem Ursprungsmaterial wurde etwas mehr Tiefe verliehen. Es ist aber trotzdem eher etwas für Fans des Ghibli Studios, die wissen worauf sie sich einlassen.

Weitere Meinungen aus der Redaktion

Fazit (Wolfgang):

Film: Die Legende der Prinzessin Kaguya
(jap.:  Kaguya-hime no Monogatari)
Rating:

User1.Wolfgang.Rating2.Lukewarm.Frei_1
Lauwarm (2 / 5)

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Patrick Verfasst von:

Autor, Editor und Podcaster er kann schon mal Blockbuster und Kunstfilme mögen, am Ende des Tages verliebt er sich aber meistens in die Indies. Wenn er einmal etwas in sein Herz geschlossen hat, verteidigt er es wie ein treuer Hund.

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