Baymax – Riesiges Robowabohu (engl.: Big Hero 6)

Mit Baymax bringen die Disney Animationsexperten Don Hall und Chris Williams den Marvel Comic Big Hero 6 auf die Leinwand. Die Geschichte dreht sich um das junge Informatikgenie Hiro (Ryan Potter) und seine Beziehung zum namensgebenden Pflegeroboter Baymax. Natürlich muss es einen Bösewicht geben und dieser hat eine Erfindung von Hiro gestohlen, um sie für seine eigenen Machenschaften zu missbrauchen…

Avengers für die Kleinen

Die Stadt heißt San Fransokyo, ein futuristisches Konglomerat von Tokyo und San Francisco, in der neue Technik zum Mittelpunkt des Interesses wird. Der junge Hiro gilt als Genie, das ein bisschen vom Weg abgekommen ist, doch mit etwas Ermutigung traut er sich, seine Erfindung die Nanobots bei der Science Fair, vorzustellen. Diese Nanobots erlauben es dem Kontrollierenden, alles zu tun, was er sich vorstellen kann.

Nachdem Hiro eine Katastrophe widerfährt, bleibt ihm nur noch der Prototyp eines Pflegeroboters über. Baymax heißt er und ist ein riesiger, mit Luft aufgeblasener Roboter, zu dessen Stärken Ruhe und Friedfertigkeit zählen. Als aber Hiros Nanobots wieder auftauchen und viel Unheil anrichten, transformiert er sowohl Baymax als auch seine Freunde von der Universität in technikbasierende Superhelden. Die sogenannten Big Hero 6.

Der stärkste Teil

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Das erste Drittel ist eindeutig das Beste an Baymax. Das Publikum folgt Hiro tief in eine Depression und sieht, wie er dank der Hilfe von Baymax dieser wieder entkommen kann. Dass der Roboter durch Design, Sound und Ruhe speziell dafür gemacht wurde ihn zu mögen, hilft dabei wesentlich. Die vielleicht lustigste Szene ist ein Baymax dem der Akku auszugehen droht und der wie ein Betrunkener agiert. Besonders bemerkenswert ist die Dreidimensionalität von Hiro, der sowohl bemitleidenswert ist, aber trotzdem auch das arrogante Arschloch raushängen lassen kann. Es drängen sich immer wieder Vergleiche mit Drachenzähmen leicht gemacht auf, schon aufgrund der Freundschaft zwischen Hiro und Baymax, die klare Parallelen zu Higgs und Toothless aufweisen. Wenn Baymax dann in einen Iron Man Suit gepresst wird und das Fliegen lernt, ist die Szene wie eins zu eins von Drachenzähmen “ausgeborgt”.

Unbeeindruckende Action und brutale Offensichtlichkeit

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Wenn dann der obligatorische Actionplot beginnt, verliert der Film an Qualität. Einige Actionszenen sind zwar nett anzuschauen und mit Sicherheit gut überlegt, doch es stellt sich das Gefühl ein, dass man das alles schon mal besser umgesetzt hat. Jeder hat sein individuelles Kostüm und Fähigkeiten, die Charaktere wirken zwar lustig, aber eindimensional. Aufgrund mangelnder Charakterisierung durch das Drehbuch verkommen die Helden schließlich zu unterschiedlichen Spielzeugen. Man bekommt den Eindruck, dass man weniger an die Figuren gedacht hat und sich vor allem auf große Setpieces fokussiert hat.

Da ist man einmal auf einer verlassenen Insel, dann findet der große Endkampf in einem Apple-inspiriertem Hauptquartier statt und man schupft noch ein Dimensionspringen ein, das eine Mischung aus Avengers und Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen ist. Und danach muss man natürlich noch einmal versuchen eine emotionale Szene aus Drachenzähmen zu kopieren. Dabei sind die Szenen an sich gar nicht schlecht, aber halt auch nicht so gut wie Filme von denen der Film sich bedient, oder so gut wie das erste Drittel von Baymax.

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Das nervigste an diesem Film ist aber mit Sicherheit der gezwungene Twist des Bösewichtes. Seine Identität wird durch eine Maske verschleiert und man will anscheinend ein Mysterium aufziehen, wobei es sowas von offensichtlich ist, dass das Rätsel nur nervt. Vielleicht sind diese Unausgewogenheiten ja auch durch die Masse an Drehbuchautoren zu erklären. Es sind acht Autoren angeführt, wobei drei wegfallen, weil sie für den Originalcomic zuständig waren. So gibt es zwei Leute die für die Story zuständig sind, zwei die ein Screenplay zu der Story geschrieben haben und noch einen der dieses Screenplay dann überarbeitet hat.

Moviequation:

moviequation big hero 6

Fazit (Patrick):

Film: Baymax – Riesiges Robowabohu
(engl.: Big Hero 6)
Rating:

User2.Krammer.Rating3.Recommendable.Frei
Empfehlenswert (3 / 5)

Baymax – Riesiges Robowabohu ist kein schlechter Film, bei Weitem nicht. Aber er ruft immer wieder Parallelen zu besseren Filmen hervor, mit denen er am Ende nicht mithalten kann. Es hilft halt auch nicht, wenn ein ganz starkes erstes Drittel dann von einer standardisierten Handlung abgelöst wird. Baymax bedient sich bei Drachenzähmen und Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen und kreiert ein emotionales und lustiges Abenteuer für Erwachsene und Kinder, die noch ein bisschen zu jung sind um die anderen Marvel Filme zu sehen. Ein perfekter Marketingfilm um die nächste Generation an Zuschauern zu finden.

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Patrick Verfasst von:

Autor, Editor und Podcaster er kann schon mal Blockbuster und Kunstfilme mögen, am Ende des Tages verliebt er sich aber meistens in die Indies. Wenn er einmal etwas in sein Herz geschlossen hat, verteidigt er es wie ein treuer Hund.

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