Fences

Mit Fences liefert Denzel Washington ein gefundes Fressen für das Oscar-Rennen.

Im Pittsburgh der 50er Jahre arbeitet Troy (Denzel Washington) als Müllmann und kümmert sich so gut er kann um seine Familie. Trotz der harten Arbeit kann er seiner Frau Rose (Viola Davis) noch immer ein Lächeln abringen, wenn er und sein Arbeitskollege Jim Bono (Stephen Henderson) nach der Arbeit vorbeischauen. Wenn es nach Troy geht ist sein Leben in bester Ordnung, doch schnell wird klar dass es eindeutige Risse in der idyllischen Fassade gibt.

Der Gschichtldrucker Denzel

Fences, © Constantin Film

Fences basiert auf dem gleichnamigen Theaterstück von August Wilson und es handelt sich hier um eine jener Adaptionen, die sich nicht im neuen Medium entfalten. Selbst ohne das Wissen um das Theaterstück fällt auf, dass hier auf wenige cinematische Elemente zurückgegriffen wird.

Das Schauspiel ist front and center und das ist auch zum Großteil die Stärke von Fences. Besonders in der ersten Stunde wachsen einem die Figuren ans Herz. Auch der nie enden wollende Redeschwall von Troy wirft dem Publikum unverschämt die Biographie von Troys Familie ins Gesicht, wird aber stets sympathisch und unterhaltsam inszeniert.

Die beiden Hauptdarsteller Washington und Davis verankern das Publikum und man fühlt sich wohl geborgen in einem sicheren Oscar-Drama mit genügend interessanten familiären und ethnischen Konflikten, um die erste Stunde zu überbrücken.

Darfs noch ein bisschen mehr Acting sein?

Fences, © Constantin Film

Besonders wenn die freundliche Fassade von Troy zu bröckeln beginnt und die unverarbeiteten Frustrationen an die Oberfläche kommen wird es spannend, da man zu diesem Zeitpunkt schon so von Washingtons Charme mitgerissen ist, dass die Erkenntnis der negativen Seiten schon ein bisschen weh tut.

Diese Abstiege funktionieren eindeutig durch Roses ruhigen Gegenpol zum extrovertierten Troy und die Enttäuschung, die Troy entegengeworfen wird sorgt für ein gutes Drama.

Leider verliert sich der Film in der letzten Stunde etwas zu sehr im Oscar-Geschreie. Tränen fließen, Rotz rinnt, der Ton wird dramatischer und man vermisst Troy und Rose, die in der ersten Hälfte noch so unglaublich sympathisch und vielschichtig waren.

So dramatisch und wichtig das Finale dann auch ist, umso weniger Gewicht haben die letzten Momente und man wünscht sich sehnlichst, dass das ruhige aber intensive Drama der ersten Stunde weitergeführt worden wäre.

Fazit (Wolfgang):

Film: Fences
Rating:

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Empfehlenswert (3 / 5)

Mit Fences liefert Denzel Washington ein Oscar-Drama wie es im Buche steht. Die Spitzenleistungen von Washington und Viola Davis erzeugen aber genug positive Stimmung, um das Drama trotz Abstriche in der zweiten Hälfte zu empfehlen.

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Wolfgang Verfasst von:

Der Host des Flipthetruck Podcasts. Mit einem Fokus auf Science Fiction und Roboter sucht er ständig jene Mainstream Filme, die sich nicht als reine Unterhaltungsfilme zufrieden geben.

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