Ex Machina

Gleichzeitig zum Start von Avengers: Age of Ultron kommt ein Film ins Kino, bei dem sich nicht nur der erste Akt mit künstlicher Intelligenz beschäftigt. Das Regiedebüt von Alex Garland (Autor: Dredd, Sunshine, 28 Days Later) zeigt, dass man auch logische und philosophische Geschichten über Roboter machen kann.

Der richtige Turing Test

Ex Machina 2

Der Programmierer Caleb (Domnhall Gleeson) ist der glückliche Gewinner! Entgegen aller Erwartungen darf er als Sieger eines riesigen Online-Gewinnspiels eine Woche mit Milliardär und Genie Nathan Bateman (Oscar Isaacs) verbringen.

In Bateman’s abgelegenem Penthouse trifft Caleb schließlich sein Idol – denn Bateman’s Errungenschaften  im IT-Bereich stellen Steve Jobs und Bill Gates in den Schatten. Doch schnell ist klar, dass der aufgepumpte (und bedenklich viel trinkende) Milliardär nicht nur Party mit Caleb machen will. Zwar betont Bateman, dass sie für die Woche einfach Kumpels sind, doch hat er eindeutig mehr geplant. Die Antwort darauf kommt sehr schnell: Bateman arbeitet an einer künstlichen Intelligenz. Mit dem Namen Ava (Alicia Vikander) wird ein Roboter vorgestellt, der (die?) eine unglaublich überzeugende Mimik besitzt.

Caleb soll nun mit Ava den Turing-Test durchführen, bei dem eine Person mit einem Computer spricht, ohne zu wissen, dass es sich um einen Computer handelt. Wenn die Testperson der Meinung ist, sie rede mit einer echten Person, so ist der Turing Test bestanden. Doch da ist schon das Problem für Caleb: zwar ist Avas Gesicht täuschend echt, aber ihr restlicher Körper ist eindeutig künstlich, wie kann er jemals glauben, sie sei kein Computer?

Und eben dies ist der Knackpunkt, den Ex Machina thematisiert: laut Bateman ist der “wahre” Turing Test bestanden, wenn die Testperson weiß, dass es sich um einen Computer handelt, den Computer aber trotzdem als Person akzeptiert.

Ava Sessions

Ex machina 3

So beginnen die einzelnen Gespräche zwischen Ava und Caleb, bei dem nicht alles so ist, wie es zu sein scheint. Immer wieder gibt es mysteriöse Stromausfälle, Bateman verheimlicht offensichtlich Dinge, aber auch Ava scheint ihre eigene Agenda zu haben – aber kann sie das überhaupt? Aus den Gesprächen entspinnt sich ein Vertrauensdrama, welches nicht nur die übliche Identitätskrise des Roboters beinhaltet (“Was du siehst mich nur als Maschine? Aber ich will nicht sterben!”), sondern auch eine gute Portion Paranoia und Selbstreflexion von Caleb beinhaltet.

Ex Machina bietet eine unglaublich schöne Optik und holt das Maximum aus seinem 11 Millionen Dollar Budget heraus. Umso erfreulicher ist es dann, wenn der Film stets auf der Ebene das Dramas bleibt und keine fingierten Actionsequenzen hinein wirft.

A twist within a twist within a twist

Mein einziges Problem an Ex Machina war die Tatsache, dass der Film teilweise etwas konstruiert wirkt. Einige Twists werden bewusst mysteriös inszeniert, nur dass ihre Erklärung relativ flach ist. Durch die ständige Unsicherheit, wer denn nun welche Motivation hat, lag natürlich das Hauptaugenmerk auf den Machenschaften der Charaktere und all jenen Dingen, die ungesagt bleiben, was leider bei mir dazu führte, dass ich nicht ganz emotional im Drama verankert war, weil ich ständig auf die Doppeldeutigkeit der Aussagen achtete.

Es wirkte so, als würden die Charaktere entlang des Drehbuchs geführt werden, sodass die Twists nacheinander präsentiert werden und weniger wie eine organische Story. Als im dritten Akt schließlich Dinge nicht so funktionierten wie gedacht, kam endlich Panik und Spannung auf: wie würde sich diese Situation auflösen? Es war schier unerträglich, bis mit einem Flashback jegliche Spannung entwich und der Film wieder in sein konstruiertes Schema fiel.

Auch das Ende war etwas zu eindeutig hineingehämmert. Hätte der Film 2-3 Minuten früher geendet, wäre ebenso alles gesagt worden und man wäre mit extrem widersprüchlichen Gefühlen im Bauch aus dem Kino gegangen. Doch die letzten Momente des Filmes sind so, als ob Christopher Nolan am Ende von Inception noch eine Minute länger mit der Kamera draufgehalten hätte, damit jeder weiß, was die Idee des Filmes ist.

Fazit (Wolfgang):

Film: Ex Machina
Rating:

User1.Wolfgang.Rating3.Recommendable.Frei_1
Empfehlenswert (3 / 5)

Ich liebe Filme, in denen die Frage nach künstlicher Intelligenz gestellt wird und Ex Machina ist definitiv ein Film dieses Genres, die man sich ansehen sollte. Der Fokus auf intime Szenen, kombiniert mit charismatischen Schauspielern, hebt ihn schon von der Masse an uninspirierten Roboter Filmen ab. Zwar hat der Film eine recht konstruiertes Drehbuch, doch er ist trotzdem eine wärmste Empfehlung!

Weitere Meinungen aus der Redaktion

Fazit (Patrick):

Film: Ex Machina
Rating:

User2.Krammer.Rating4.Great.Frei
Sehr Gut (4 / 5)

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