American Ultra

Für American Ultra lassen Jesse Eisenberg und Kristen Stewart wieder ihre gemeinsame Chemie spielen und erwecken das Drehbuch von Chronicle Autor Max Landis mit viel Liebe und vollem Körpereinsatz zum Leben. 

Stoner Bourne

So muss die Idee für American Ultra verkauft worden sein. Die Story ist sehr ähnlich: Die CIA will einen Agenten erledigen bevor er zur Gefahr wird. Nur handelt es sich hierbei um den nichtsnutzigen Stoner Mike (Jesse Eisenberg) und seine Freundin Phoebe (Kristen Stewart), die vom karrieregeilen Adrian Yates (Topher Grace) gejagt werden. Wir bekommen aber statt eines Spionagethrillers eine ultrabrutale Satire wie Kick-Ass. Während sich Kick-Ass und der zweite erfolgreiche Matthew Vaughn Film Kingsman über coole Charaktere und “geile” Gewalt definieren, steht im Zentrum von American Ultra die Beziehung zwischen Mike und Phoebe. Es handelt sich bei deren Geschichte um die wahrscheinlich beste Liebesgeschichte dieses Sommers (nur Slow West kommt hier nah ran).

Eine Spionage Satire

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Wir haben mit Kingsman dieses Jahr schon einen Film gehabt, der sich dem Spionage Genre nicht allzu ernst angenommen hat, doch der Zugang von American Ultra  ist ein komplett anderer. Bei Kingsman ging es immer um Stil und wie cool es nicht ist ein Spion zu sein. Wenn man wen umbringt, dann nur mit Stil und die Konsequenzen sind eh wurscht. American Ultra zeigt seinen Mut zur Hässlichkeit in vielen Szenen. Jesse Eisenbergs Gesicht wirkt immer mehr wie eine Münze, die vom Zug überrollt wurde und Kristen Stewarts Gesicht wird in einer Szene mit Schwarzlicht geradezu pitoresk wie der Sternenhimmel. Auch hier sterben ein Haufen Menschen und man ist gewillt darüber zu lachen, wie bei Matthew Vaughns Filmen, aber der Unterschied ist, dass es nie so leiwand dargestellt wird. Die Gravitas des Geschehenen wird immer in den Mittelpunkt gerückt und wenn es zu einem “coolen” Tod kommt, wird danach sofort klargestellt, dass es eben nicht cool ist.

Echte Liebe

Das alles passiert auf der Satire Ebene des Filmes. Die Liebe zwischen Mike und Phoebe spielt auf einer absolut ehrlichen Ebene, man versteht wieso die beiden zusammen sind. Mike bekommt immer Angstzustände, wenn er die Stadt verlassen möchte und beide leiden darunter. Vor allem wenn Mike mit Phoebe nach Hawaii will, um ihr einen Heiratsantrag zu machen. Man kann die Sollbruchstelle ihrer Beziehung erkennen, doch kurz darauf liegen beide auf dem Auto und Phoebe hört gespannt bei Mikes Tagträumen zu und wir sehen: Ja, die zwei lieben sich wirklich.

Unausgeglichen ist er schon ein bisserl

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Doch es sind wieder diese Szenen die einen unausgeglichenen Film erzeugen. Brutale Actionsatire wird von todernsten Szenen verdrängt und umgekehrt, was mit der Zeit dafür sorgt, dass man nicht mehr genau weiß, wo Satire beginnt und der Ernst endet.  Der Bösewicht des Filmes ist ein Over the Top Bürokrat, der sich selbst zu voll nimmt und sein Ego zu schützen versucht, der die Arbeit seiner Vorgängerin zunichte machen will. Topher Grace spielt diesen jungen anzugstragenden Zivilisten dem es gelungen ist seine Überbrückungsfunktion in der Chefetage zu einer Festanstellung auszubauen und sich jetzt auf seinem eigenen Spielplatz komplett austobt.

Aus einem stillen Auftragsmord (mit einer Autobombe) werden zwei Handgranaten werfende, MGs abfeuernde Psychopathen, wird eine Stadt in Quarantäne. Die eingesetzten Agenten sind dabei selbst ähnlich geschaffen worden wie Mike. Sein primärer Gegenüber ist ein jokeresker Zündler namens Laugher (Walton Goggins), der Mike und Phoebe immer auf den Fersen bleibt und dann auch noch eine der Schlüsselszenen serviert.

CIA ist böse

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Während die Geschichte des Filmes sich um die Liebe der Protagonisten dreht, ist das Thema ein anderes. Man kann durchaus sagen, dass die CIA schlecht wegkommt. Die Aussage ist eigentlich mehr als klar, die Firma ist im 21. Jahrhundert nicht mehr die Organisation die man mit der Rettung der Welt verbinden würde, sondern in erster Linie eine Gefahr für die eigene Bevölkerung. In vielen Filmen ist die CIA böse, in einigen eine ähnliche Schattenorganisation a la Shield bei Marvel.  Das Vertrauen der Amerikaner scheint mehr als getrübt zu sein in einer Zeit nach Bush Jr. die es ermöglicht hat auf Menschenrechte zu pfeifen, solange man das Pseudo-Argument Terror hochhält. Zumindest in Filmen manifestiert sich dieses Misstrauen und einige wenige sind sogar in der Lage ein (wahrscheinlich) sehr realitätsnahes Bild zu zeichnen.

Umso fehlplatzierter wirkt deshalb auch der letzte Gag des Filmes, der hier natürlich nicht gespoilt werden soll, aber es wirkt etwas als wolle er das vorangegangene negieren, oder seine harte Kritik um ein Vielfaches abschwächen.

Moviequation:

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Fazit (Patrick):

Film: American Ultra
Rating:
User2.Krammer.Rating4.Great.Frei
Sehr Gut (4 / 5)

American Ultra ist eine brutale Satire auf Spionagefilme, dessen emotionaler Anker auf der Beziehung von Jesse Eisenberg und Kristen Stewart liegt, was den Film um einiges besser macht. Trotzdem wirkt das Drehbuch von Max Landis sehr unausgeglichen und die letzte Szene fühlt sich sehr deplatziert an. Was bleibt ist eine lustige Actionkomödie mit der besten Liebesgeschichte diesen Sommers als Herzstück.

Weitere Meinungen aus der Redaktion

Fazit (Wolfgang):

Film: American Ultra
Rating:
User1.Wolfgang.Rating3.Recommendable.Frei_1
Empfehlenswert (3 / 5)

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Patrick Verfasst von:

Autor, Editor und Podcaster er kann schon mal Blockbuster und Kunstfilme mögen, am Ende des Tages verliebt er sich aber meistens in die Indies. Wenn er einmal etwas in sein Herz geschlossen hat, verteidigt er es wie ein treuer Hund.

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