Star Trek Beyond

Die neue Crew der Enterprise macht sich zum dritten Mal auf den Weg um die Welt und die ganze Föderation zu retten. Ob das gelingt und Regisseur Justin Lin dem Universum mit Star Trek Beyond neues Leben einhauchen kann?

J.J. Abrams ist weg. Dafür ist Justin Lin da. Der Regisseur von Fast Five bringt Wolfi bis heute zum erröten und Fast Six war gar nicht mal so schlecht, also macht es durchaus Sinn, dass er Star Trek übernimmt. Früher galt Star Trek noch als Science Fiction mit philosophischen Themen (zumindest die Serien), doch heute will man in der Franchise lieber Sommerblockbuster sehen.

All jene, die das wollen, kann ich beruhigen, Star Trek Beyond ist genau das. Ein Sommerfilm mit viel Action, starken Effekten und dem einen oder anderen Witz. Dabei geht aber die Tiefe verloren, die Star Trek zu Star Trek gemacht hat. Dementsprechend hingeworfen wirken auch moralische Probleme von Kirk und Spock, so als hätten sie in dem Film eigentlich gar nichts zu suchen.

Doch wie schon der letzte Teil schafft es auch Star Trek Beyond wieder einen der besten Schauspieler dieser Generation zu vergeuden. Idris Elba, versteckt hinter einer dicken Schicht Make-Up und einem teils komischen Akzent ausgestattet, kann nie sein Potenzial ausspielen. Nur hin und wieder scheint (plotbedingt) etwas von Elbas Persönlichkeit durch und in diesen Momenten bekommt der Film gleich viel mehr Gravitas. Zu schade, dass man das nicht den ganzen Film über beibehalten konnte.

Die dritte Mission

Star Trek Beyond 1
© Paramount Pictures

Bei einer Bergungsmission in einem unbekannten Gebiet wird die Enterprise von einem zunächst unbekannten Gegner, der sich als Krall (Idris Elba) herausstellt, angegriffen. Das Raumschiff wird zerstört, die Crew auf einem unbekannten Planeten verstreut. Captain Kirk (Chris Pine), Spock (Zachary Quinto), Bones (Karl Urban) und Scotty (Simon Pegg) müssen sich zuerst selbst finden, bevor sie es mit dem bösen Krall aufnehmen können.

Lins Einfluss ist gleich sehr früh zu spüren. Die Kamera fliegt durch die Umgebung, dreht sich um sich selbst und um Gebäude. Eine Raumstation, die von Inceptions Gravitationsspielereien inspiriert wurde, bietet ihm dafür den perfekten Spielplatz. Der Weltraum scheint für Lin wie geschaffen, wenn man ihm dabei zusieht, wie er die bösen Drohnen wie Bienenschwärme angreifen lässt, jedem Feind überlegen (es erinnert an Big Hero Six’ Nanoroboter).

Was er aber nicht geschafft hat, war dem Studio dieses unsägliche 3D auszureden. Nicht nur, dass wir uns schon so sehr daran gewöhnen haben müssen, dass der Effekt sowieso für die Katz ist (was er von Anfang an war), er macht das Bild auch noch unglaublich dunkel. Star Trek Beyond ist eindeutig zu dunkel geraten. Mit einer 3D-Brille auf, sieht man selten, was da passiert. Nicht nur das, die Dunkelheit hat auch überhaupt keinen Effekt. Man sieht halt nix. Aus.

Bones ist der Beste

© Universal Pictures International Austria
© Paramount Pictures

Es wird Zeit einmal den eigentlichen Star von Star Trek in den Mittelpunkt zu rücken: Karl Urban. Der Typ ist einfach der Hammer. Sein Bones macht jede Szene besser, er ist die zurückhaltendere Variante von Scotty, der im tiefen schottischen Dialekt mit hoher Stimme Sachen ruft. Karl Urban presst seine Oneliner zwischen seinen Zähnen hervor, alles was er will, ist eine Veranda und einen Schaukelstuhl und er macht Star Trek Beyond nicht nur besser, sondern auch sympathischer.

Nicht ganz so toll, aber immer noch super ist die Liebe zu den Beastie Boys, die sich durch alle drei Filme zieht und hier den ultimativen Höhepunkt erreicht. Sabotage wird dabei nicht nur zur musikalischen Untermalung verwendet, sondern ist sogar für die Handlung wichtig. Und sie kündigen es an. Und dann spielen sie mit der Spannung und als Zuschauer wartet man und wartet und will einfach nur die Beastie Boys hören und dann geht’s los. Von dem Moment an geht der Film ins große Finale und schafft es zum ersten Mal wirklich zu überzeugen. Am Ende retten die Beastie Boys nicht nur die Föderation, sondern auch Star Trek Beyond.

Fazit (Patrick)

Film: Star Trek Beyond
Rating:

User2.Krammer.Rating3.Recommendable.Frei

Empfehlenswert (3 von 5)

Justin Lin feiert mit Star Trek Beyond seinen Einstand in diesem Filmuniversum und das Ergebnis ist ein am Ende doch noch unterhaltender Sommerblockbuster, der auf Tiefe zugunsten von Spektakel verzichtet. Der Film scheitert zwar wie sein Vorgänger am Bösewicht, wird aber dieses Mal eben von einem starken Finish gerettet.

PS.: Der Tod von Anton Yelchin überschattet Star Trek Beyond und ich hätte es unfair empfunden, ihn in ein paar Nebensätzen abzuhandeln. Er war ein toller Schauspieler, der viel zu früh gestorben ist. Jedes Mal, wenn er im Bild war, hat man eine Schwere im Saal gefühlt, eine Trauer, die davor vielleicht nicht da war. Es ist ein Zeichen dafür, wie stark seine Performance war, wie sehr er auch die kleineren Rollen mit Leben gefüllt hatte. Seine Fähigkeiten kann man nicht in ein paar Sätzen abhandeln, deshalb habe ich es auch nicht gemacht.

Patrick Verfasst von:

Autor, Editor und Podcaster er kann schon mal Blockbuster und Kunstfilme mögen, am Ende des Tages verliebt er sich aber meistens in die Indies. Wenn er einmal etwas in sein Herz geschlossen hat, verteidigt er es wie ein treuer Hund.

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