Lights Out

Mit einem simplen Gruselkonzept liefert Lights Out einen effektiven Horrorfilm, der im Stil von Babadook und It Follows gewichtige Themen unter dem Horror versteckt.

LIGHTS OUT

In einem effektiven Opening inszeniert Regisseur David F. Sandberg ohne Umschweife, was für ein Horrortrip in den nächsten 70 Minuten bevorsteht. Ein Monster (portraitiert von Alicia Vela-Bailey) wartet im Schatten und verschwindet, sobald das Licht angeht. Diese simple Prämisse wird aufgrund des beunruhigenden Sound Designs und flimmernden Lichtquellen geschickt eingesetzt, wie es Sandberg bereits in seinem gleichnamigen Kurzfilm tat.

So liegen bereits die Nerven blank bevor der Titel Lights Out über die Leinwand flimmert. Und obwohl der Film (inklusive Abspann)  nur knappe 80 Minuten dauert, bietet er mehr Gänsehaut als die meisten modernen Horrorfilme… und als Draufgabe gibt es unter dem Grusel noch einiges an Substanz.

Der Kontext

LIGHTS OUT

Mit anfangs hölzernem Dialog wird uns die Protagonistin Rebecca (Teresa Palmer) vorgestellt. Ihre Beziehung mit Bret (Alexander DiPersia) scheint gut zu laufen, bis die Vergangenheit in Form ihres Halbbruders Martin (Gabriel Bateman) an der Tür klopft. Martin muss nämlich mitansehen, wie ihre Mutter Sophie (Maria Bello) vom Schattenmonster vereinnahmt wird. Und so unglaublich diese Monstergeschichte eines Kindes auch klingt, weiß Rebecca, dass er die Wahrheit sagt. Denn vor Jahren hat Rebecca ihrer Mutter den Rücken gekehrt, als das Monster von Sophies Depressionen genährt wurde.

Ganz im Stil von Filmen wie The Babadook und It Follows ist Lights Out ein moderner Horrorfilm, der den Horror als Allegorie versteht. So wird das dämonische Monster ein Sinnbild für Depressionen während die Protagonisten eine klassische Coming of Age Geschichte durchleben. Und so holprig das Drehbuch anfänglich ist, so geschickt wird der Subtext in die Erzählung eingewebt.

Wenns am schönsten ist

LIGHTS OUT

Wie bereits erwähnt ist die Laufzeit des Films knackig kurz und das fokussierte Drehbuch von Eric Heisserer weist kein Fett auf. Am Ende ist alles gesagt, die Haare stehen zu Berge und das Monster hat noch nichts vom seinem Schock eingebüßt. Im richtigen Moment wird die Verbindung zwischen den schockierenden Bildern und der Allegorie klar und die Gefühle kommen hoch. Zu meiner großen Überraschung hat mich das Finale des Filmes komplett erwischt und ich war immer in jedem Zustand, den das Drehbuch von mir wollte.

Es funktionierte so gut, dass ich nur gehofft habe, dass das Ende nicht jene Fehler macht, die andere Horrorfilme so notorisch machen. Als der Film schließlich vorbei war, gab es zwei Seufzer: einen weil der Film von vorne bis hinten funktioniert hat und den zweiten weil ich nervlich komplett am Ende war.

Fazit (Wolfgang): 

Film: Lights Out
Rating:

User1.Wolfgang.Rating4.Great_.Frei_1

Sehr Gut (4 von 4)

Lights Out schafft in seiner kurzen Laufzeit mehr als die meisten Horrorfilme. Er bietet genug Schockmomente für das ungeduldige, moderne Publikum und hat gleichzeitig genug Tiefgang um Fans von The Babadook  und It Follows zufrieden zu stellen.

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Wolfgang Verfasst von:

Der Host des Flipthetruck Podcasts. Mit einem Fokus auf Science Fiction und Roboter sucht er ständig jene Mainstream Filme, die sich nicht als reine Unterhaltungsfilme zufrieden geben.

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