The Imposter (Weihnachts-Engerl-Bengerl 4 von 4)

Ein Junge verschwindet in Texas. Drei Jahre später taucht er in Spanien auf. Er hat aber einen französischen Akzent und schaut ganz anders aus. Eine Geschichte, wie kaum eine andere.

Anmerkung: Diese Kritik wurde im Rahmen unseres Flip the Truck – Engerl-Bengerl* geschrieben. Die vier AutorInnen bekamen jeweils eine Filmempfehlung. Vom wem die jeweilige Filmempfehlung stammt wird im Weihnachtspodcast am 22. Dezember gelüftet!

Eine Dokumentation mit der Inszenierung eines Spielfilmes: The Imposter beginnt mit einer Szene, die direkt aus Seven kommen könnte, so atmosphärisch ist es inszeniert. Danach wird es aber nicht weniger spannend. Bart Layton erzählt in schnell vergehenden 99 Minuten die Geschichte von Frederic Bourdin, der die Identität eines verschwundenen Jungen gestohlen hatte.

Nicholas Barclay war 13 Jahre alt als er in Texas spurlos verschwand. Seine Familie hatte die Hoffnung drei Jahre später auch schon aufgegeben, als sie einen Anruf aus Spanien bekamen. Dort wurde ein Junge aufgegriffen, verwahrlost und zurückgezogen, der behauptet Nicholas Barclay zu sein. Die Barclays nehmen ihn auf, obwohl er mit einem französischen Akzent spricht, eine andere Augen- und Haarfarbe hat.

Das glaubt doch niemand!

Bart Layton mischt Interviews mit Archivaufnahmen, er dreht ganze Situationen nach und überredet Frederic Bourdin dazu, sich selbst zu spielen. Das Ergebnis ist wirklich beeindruckend. Es fühlt sich mehr wie ein Film an, mit toller Kamera und stimmungschwangerem Soundtrack. Layton kann dank den wahren Begebenheiten auch noch eine Geschichte erzählen, die man kaum glauben kann, die mehrmals den Fokus ändert und für einige Überraschungen sorgt.

The Imposter ist ein Film, der wohl immer die selbe Reaktion hervorruft: absoluten Unglauben. Wie kann eine Familie einen französischen Mann für den eigenen Sohn halten? Vor allem, wenn er auch noch sechs Jahre älter ist?! Layton gibt auch keine Antwort auf diese Frage, ein Geniestreich. Stattdessen lässt er die involvierten Personen selbst erzählen. Nicholas’ ältere Schwester Carey spricht von Hoffnung, die Mutter von Frederics Verschlagenheit.

Doch beim Zuschauen wird man in den Bann von Frederic Boudin gezogen. Er erzählt von seiner Motivation, von der Angst, als er vom FBI befragt wurde und von seiner eigenen Überraschung, als er von der Familie Barclay akzeptiert wurde. Er lächelt, er spielt seine eigene Geschichte nach und wirkt einfach unglaublich freundlich und offenherzig. Da vergisst man schon einmal, was er getan hat. Und wenn es einem wieder einfällt, ändert der Film seine Richtung und legt den Fokus auf einen ganz anderen Aspekt der Geschichte und aus einer Biographie wird ein Krimi.

Verdikt (Patrick)

Film: The Imposter
Rating:

Sehr Gut (4 von 5)

Bart Layton hat mit The Imposter eine Krimi-Dokumentation gemacht, die von Anfang bis Schluss einfach nur spannend ist. Sie spielt mit den Erwartungen und dem Unglauben der Zuschauer in Bildern, die in einem wirklich guten Film vorkommen könnten. Große Empfehlung.

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