Flip the Truck | Star Wars Day

Bücher aus einer weit, weit entfernten Galaxis

Happy Star Wars Day! Zum vierten Mai haben wir eine Liste von Star Wars Büchern zusammengestellt, damit Neulinge wissen, wie sie am besten in die Welt eintauchen können.

Mit der Übernahme von Disney wurde das Star Wars Universum nicht nur filmisch fortgesetzt, sondern auch als großes verbundenes Universum neu-interpretiert. Wo jahrelang Buchautoren ihre eigenen Süppchen gekocht hatten, wurde nun eine Story-Group installiert, die für die Kontinuität aller Star Wars Medien (Filme, Serien, Bücher, Comics) sorgen sollte. Nach den ersten Jahren muss man sagen, dass Disney hier überraschend gute Arbeit geleistet hat und es ist schön zu wissen, dass es weiterhin spannende Aspekte im Star Wars Universum gibt, die dem Mainstream vielleicht verborgen bleiben. Hier sind also unsere Buchempfehlungen für alle, die in die weit, weit entfernte Galaxis eintauchen wollen.

Das Beste vom Neuen

Eigentlich muss man sich nur einen Namen merken: Claudia Gray. Als die Ankündigung kam, dass eine Young Adult Autorin eine Romeo und Julia-Liebesgeschichte in eine weit entfernte Galaxis bringen würde, waren Fans prinzipiell skeptisch. Young Adult Lovestory in Star Wars? In Lost Stars erzählt sie die Geschichte zweier Imperialer Kadetten, deren Begeisterung für das Imperium zunehmend abnimmt. Der ideologische Konflikt zwischen Imperium und Rebellen zerreißt auch die Liebenden, wie es sich für eine tragische Liebesgeschichte gehört. Gray durchstreift nicht nur die bekannte Trilogie von Episode IV bis VI, sondern vermenschlicht das Imperium auf eine sehr unbequeme Weise. Mit Bloodline erzählt Gray die Geschichte von Leia vor Star Wars Episode VII – The Force Awakens in einem politischen Drama, das Parallelen zu vielen modernen Wahlkämpfen aufwirft und mehr für die Welt der neuen Trilogie tut, als es zwei Filme bisher in der Lage waren. Das dritte Buch der Erfolgsautorin dreht sich ebenfalls um Prinzessin Leia. In Leia – Princess of Alderaan entdecken die LeserInnen aus der Sicht einer Teenager-Leia die dunklen Machenschaften des Imperiums. Hier gibt es auch ein zwei Parallelen zu The Last Jedi. So wird eine junge Holdo (Laura Dern in The Last Jedi) porträtiert, die etwas weniger grantig als ihr älteres Ich ist und sich mehr wie Luna Lovegood aus Harry Potter verhält. Auch kommt der Planet Krayt vor, auf dem die Schlacht in The Last Jedi geschlagen wird.

Alt und noch immer relevant

Mit der Übernahme hat Disney nicht alles ausradiert… die Romanversionen der Kinofilme bleiben noch im offiziellen Kanon. Und selbst wenn nicht, sollte man Matthew Stovers Adaption von Star Wars Episode III – Revenge of the Sith trotzdem lesen. Mit 16 war das (damalige) Finale der Saga natürlich der “BESTE FILM ALLER ZEITEN!!1!”, aber dieses Buch hob die Erfahrung des Filmes auf ein neues Niveau. Gelöst von Lucas’ Dialog verwandelt Stover den Fall von Anakin Skywalker in ein gewaltiges Epos und kann sich viel mehr Zeit nehmen, um die Ideen von Lucas umzusetzen und auszuschmücken. Dieses Buch zeigt, dass, auch wenn es bei Lucas oft an der Umsetzung gemangelt hat, seine Ideen unglaublich stark waren.

Rogue One (oder wie ich lernte die Atombombe zu hassen)

Mit Catalyst liefert James Luceno eine Vorgeschichte zum Star Wars Spin Rogue One: A Star Wars Story. Galen Erso (Mads Mikkelsen) mag im finalen Film nur eine passive Rolle erhalten, doch hier wird in die Gefühlswelt des Wissenschaftlers eingetaucht. Angelehnt an das Manhattan Projekt verfolgt man hier einen motivierten Wissenschaftler, der lediglich forschen will und in seiner Arbeit aufgeht. Galen liebt seine Arbeit so sehr, dass er bewusst Hinweise ignoriert, die zeigen, was seine Forschung auslösen könnte. Parallelen zu Robert Oppenheimer und der Erfindung der Atombombe sind unausweichlich. Hier werden keine Lichtschwerter geschwungen, keine Raumschlachten geschlagen. Catalyst ist ein nüchterner aber philosophisch spannender Prolog für Rogue One (ein Film, der wiederum ein Prolog für einen anderen Film ist… Star Wars ist manchmal schon umständlich). Und von einer wissenschaftlichen Perspektive war ich persönlich überrascht, dass (für einen Belletristik Star Wars Roman) der verwendete Laser-Jargon nicht kompletter Humbug ist. Dafür gibt’s ein Mitarbeitsplus. Die Rogue One Erfahrung wird mit Lucenos Buch Tarkin noch verstärkt, das LeserInnen einen Einblick in den skrupellosen Imperialen Anführer gibt.

Star(Wars)Ship Troopers

Hier kommt noch eine Blindempfehlung: Bisher habe ich von allen Seiten nur Positives zu Twilight Company gehört. Das Buch ist die Romanversion des Computerspiels Star Wars: Battlefront, soll aber sehr gut sein für Fans von Military Sci-Fi Geschichten, da es komplett aus der Sicht der Soldaten beider Fronten geschrieben ist. Wer hätte gedacht, dass die Romanversion eines Egoshooters so begeistern kann?

Braucht man nicht

Hey, da liegt ein Buch im Geschäft mit dem Titel Phasma und im Internet lese ich, dass es “Mad Max meets Star Wars” ist! Ist das gut? Nein, es ist echt fad und Captain Phasma ist eine Figur, die endlich in den Mistkübel gehört.

Alternative Snoke Facts

Bevor The Last Jedi das Geheimnis um den großen Bösewicht Snoke für immer begraben hat, wurde oft der Name Darth Plagueis von Fans geschrieen. War Snoke der ehemalige Mentor des Imperators? Aber warum verfolgten die Fans so energisch diese Figur? Der Name Plagueis ist schonmal schwer genug zu schreiben und mehr als eine Erwähnung in Revenge of the Sith gab es nicht. Warum also der Hype? Der kam von James Lucenos denkbar simpel titulierten Buch Plagueis. Ähnlich wie Stovers Romanversion von Revenge of the Sith tobt sich Luceno hier aus und füllt Lücken im Star Wars Kanon mit kreativen Ideen. Das Buch ist für Neulinge ein absolutes No-Go, da es durch die gesamte Prequel-Trilogie springt und nicht vor Weltraum-Politik zurückscheut. Doch für Star Wars Fans, die ein Gefühl beim Lesen empfinden wollen, wie eng verwoben dieses Universum sein könnte, ist Plagueis eine wahre Bibel.

Wer braucht Solo Spin-Offs?

Ja, es gibt eine Han Solo Trilogie von Ann Carol Crispin und sie liest sich ganz nett, aber Han Solo war nie eine Figur, die mich wirklich interessiert hat. Als Prequel-Kind war Obi-Wan Kenobi einer meiner größten Helden und John Jackson Miller hat ein Buch geliefert, das man fast schon als Vorlage für einen Spin-Off Film nehmen könnte. Kenobi ist ein weiteres Indiz für den Spruch Art from Adversity. Da zum Zeitpunkt des Schreibens nicht sicher war, ob George Lucas eine Geschichte über Kenobi erzählen wollte, wurde Miller untersagt, ein Buch aus Sicht von Kenobi zu schreiben. Doch mit einem geschickten Schlupfloch gelang es ihm schließlich doch. In Kenobi ist der Jedi Ritter, der sich im Exil am Wüstenplaneten Tatooine aufhält, eine Legende. Die Limitationen zwangen Miller zu einer genialen Lösung. Kenobi ist ein Western und die Titelfigur ist so mysteriös wie Clint Eastwoods Mann ohne Name. 

Zusammenfassung

Hier noch einmal kurz all unsere Empfehlungen im Überblick.

  • Lost Stars (Claudia Gray) – für die menschliche Seite des Imperiums
  • Bloodline (Claudia Gray) – für mehr Infos zum Universum in The Force Awakens
  • Leia – Princess of Alderaan (Claudia Gray) – noch mehr Prinzessin Leia
  • Revenge of the Sith (Matthew Stover) – eine komplett neue Perspektive zu den Prequel-Filmen
  • Catalyst (James Luceno) – wissenschaftliche Verantwortung mit Star Wars und Todesstern
  • Tarkin (James Luceno) – mehr über den Bösewicht
  • Battlefront – Twilight Company (Alexander Freed) – Blindempfehlung für Military Sci-Fi Nerds
  • Plagueis (James Luceno) – unglaublich viel Hintergrund zu Palpatine, der dunklen Seite und noch viel mehr
  • Kenobi (John Jackson Miller) – fast schon die Vorlage für einen Obi-Wan Kenobi Spin Off

Viel Spaß beim Lesen und “HAPPY STAR WARS DAY!” Anmerkung: Um Neulinge nicht zu sehr zu verschrecken, habe ich mich bei der Auswahl auf Geschichten fokussiert, die für sich alleine stehen und noch halbwegs kompatibel mit dem aktuellen Star Wars Universum sind. Falls ihr eine Liste aller “alten Star Wars” Bücher verlangt, kann ich gerne einen separaten Artikel darüber schreiben, wie sich die Star Wars Version von Infinity War aus den frühen 2000ern angefühlt hat und welche 5 der 19 Bücher langen Reihe man lesen sollte.

Bannerbild: Kenobi by John Jackson Miller – © DelRey

Sharing is Caring:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.