Predator – Upgrade

Bumm! Zack! Und das Nachspiel ist sehr Uff!

Shane Blacks Predator – Upgrade macht eigentlich viel richtig. Er startet schön blutig, ein Raumschiff crasht eine Militäroperation des Scharfschützen McKenna (Boyd Holbrook) und nach etwas Gemetzel wird der Predator dank blutender Gedärme sichtbar. Damit war eigentlich schon alles klar: es wird brutal, so wie die Vorgänger, das aber nicht ohne abstrusen Humor. So weit so gut. Auch die eine oder andere Anspielung ist ganz witzig, obwohl man schon vor seinem geistigen Auge die Internetforen abgehen sieht. Leider verliert sich der Film dann relativ schnell und hat jetzt kurz vor Filmstart den Vogel erst so richtig abgeschossen.

Zivilcourage

Regisseur Shane Black ist mit einem Schauspieler befreundet, der es in viele seiner Filme schafft und dort in Nebenrollen auftritt. Er war Perry the lawyer in The Nice Guysannoyed Mandarin guard in Iron Man 3 (danke IMDB) und hätte auch in Predator – Upgrade in einer Szene zusammen mit Olivia Munn spielen sollen. Leider ist der in dieser Szene vorkommende Steven Wilder Striegel nicht nur Schauspieler, sondern auch ein verurteilter Sexualstraftäter, der 14-jährigen Mädchen sexuell anzügliche Emails schreibt. Ob es Shane Black egal war oder er, wie er sagt, von seinem Freund angelogen wurde, wissen wir nicht.

Hier im Bild: Olivia Munn bekämpft das wahre Monster: Sexismus. © 2018 Twentieth Century Fox

Was wir wissen ist, dass Olivia Munn diejenige war, die es herausgefunden und Fox gesagt hat, woraufhin die Szene mit Striegel geschnitten wurde. Was wir auch wissen ist, dass sie daraufhin Probleme mit ihren Co-Stars bekam, die einen gemeinsamen Interviewtermin ausfallen ließen, ohne ihr Bescheid zu geben. Sie haben auch keine Statements abgegeben, als die Sache öffentlich wurde.* Long story short: Olivia Munn (und Jason Tremblay) sind super und wurden vom Cast und Regisseur allem Anschein nach brutal im Stich gelassen. Es kann einfach nicht sein, dass eine Frau die Scheiße ausbaden muss und nicht unterstützt wird, weil ein Regisseur einen Fehler gemacht hat (und jetzt nicht mehr mit ihr redet).

Zurück zum Film

Abseits von all den wichtigen Dingen, die diese Geschichte wieder aufzeigt, ist es auch bei weitem mehr Drama als Predator – Upgrade. Der Film wirkt schon beim Filmstart veraltet, was vor allem an einem Drehbuch liegt, das aus Tropes der 90er besteht. Beispiel Jacob Tremblay: Schon als Kind habe ich einen Film gesehen, in dem ein Junge auf dem Spektrum einen Code knackt, den sonst keiner versteht (na, wer weiß es?). Dann gibt es noch eine Band of Misfits, die das Herz dann doch am rechten Platz haben und die Wissenschaftlerin, die obendrein auch noch badass as fuck ist.

Autismus ist der nächste Schritt in der Evolution!!1!!11!!! © 2018 Twentieth Century Fox

Predator – Upgrade lebt in diesem Limbo, in dem man alles schon einmal gesehen hat und sich beim Schauen an all die anderen Filme zu erinnern versucht, während man die Hoffnung doch nicht ganz aufgibt, dass endlich diese eine Szene kommt, die einfach nur leiwand ist. Leider wartet man da vergeblich, die Action ist nie (vielleicht eine Szene) so, dass man voll mit dabei wäre, nie so, dass man alles andere vergisst und nie so, dass man sich nicht fragt, wieso eigentlich alles so laut sein muss.

Irgendwas mit Netzstrümpfen. © 2018 Twentieth Century Fox

Das modernste an Blacks Film ist ein Raumschiffdesign, das ganz stark an Man of Steel aus 2013 erinnert. In starken Kontrast dazu stehen aber die CG-Effekte, bei denen man das Gefühl hat, als wäre der Crew einfach die Zeit ausgegangen. Thomas Janes Baxley hat in einer Szene nicht einmal den Hauch einer Ahnung, wo er denn jetzt hinschauen soll. In einer anderen Szene wird der Predator mit ganz viel Nebel umhüllt und wirkt wie eine Cutscene eines Computerspiels (aber PS3, nicht PS4). Dafür fällt der Begriff “Alien Whoopi Goldberg”, der mich ganz stark zum Lachen gebracht hat, also ist nicht alles an Predator – Upgrade schlecht. Rundherum ist dafür so gut wie alles scheiße.

Fazit

Film: Predator – Upgrade
Rating

Lauwarm (2 von 5)

Predator – Upgrade fängt ganz gut an, verirrt sich dann allerdings auch ziemlich schnell in 90er Jahre Tropes, die nie begeistern können. Die Schmunzler zwischendurch retten dann auch nicht über die maue Action drüber. Obendrauf wird dieser Film zum neuesten PR-Fiasko und zwar nicht, weil Shane Black einen Sexualstraftäter gecastet hat, sondern weil es wieder die einzige Frau im Film, Olivia Munn, war, die das ausbaden musste.

*Jetzt wo ihr Verhalten Munn gegenüber öffentlich wurde, gibt es einige Statements, andere schweigen immer noch.

Sharing is Caring:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.