Mission: Impossible – Rogue Nation (Deutsch)

Nach dem unerwarteten Erfolg, sowohl kritischer als auch finanzieller Natur von Mission: Impossible Ghost Protocol will Tom Cruise noch einen draufsetzen und das Ergebnis kann sich sehen lassen! Wenn zu Beginn noch Actionszene auf Actionszene folgt, kommt es im Laufe von Mission: Impossible – Rogue Nation zu einer dichten Handlung, die glücklicherweise nie in unnötiges Twist-Territorium abgleitet, und am Ende einen sichtlich erschöpften Kinobesucher zurücklasst.

Eine neue Erfahrung

Schon die Einladung zur Pressevorführung war anders, denn anstatt des gewohnten Vormittag-Screenings, war die Vorführung für 20 Uhr angesetzt. Diese unübliche Zeit wurde von uns zuerst als Fehler der Email abgetan (sorry, Universal), doch schnell stellte sich heraus, dass es sich hier um eine internationale Pressevorführung handelte. Trotz der unendlich großen Erfahrung von Flip the Truck war es schon etwas Besonderes (vielleicht auch weil man uns mit Popcorn und Softgetränk gnädig stimmen wollte), zwischen Kritikern aus den USA, Kanada oder China zu sitzen.

Also ging man schon mal stimmungsgeladen in den Film, doch hätte man auf diese Zuckerl verzichten können, denn Rogue Nation packt einen ab den ersten Minuten:

Schon das Filmintro ist eine moderne Aufarbeitung des Serien Intros aus den 60ern, auf dem dieser Filmfranchise lose basiert. Die folgende Stunde ist eine Aneinanderreihung von Actionszenen, aus denen zaghaft ein Plot entwächst, der sich immer weiter zu einem donnernden Gewitter aufbaut (diese Allegorie mag von der Tatsache beeinflusst worden sein, dass in den letzten Tagen eine Rekordhitze in Wien verzeichnet wurde).

Das Setup ist aber denkbar einfach: Während die CIA in Form von Alan Hurley (Alec Baldwin) vor dem Senat für die Einstellung der IMF (Impossible Mission Force) wirbt, entdeckt Ethan Hunt (Tom Cruise) die Existenz einer Schattenorganisation, genannt Syndicate. Das IMF wird eingestellt, alle Teammitglieder arbeiten jetzt für Hurley während Ethan Hunt auf eigene Faust den ominösen Bösewicht (Sean Harris) zu finden versucht. Doch ganz ohne Hilfe geht es dann doch nicht und so braucht Technikgenie Benji Dunn (Simon Pegg), der bei seinem dritten Auftritt in der Filmreihe auch endlich mal an der Action teilhaben und nicht nur hinter einem Bildschirm sitzen will.

Herr Cruise bitte zum Gate kommen!

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Mit einem an einem abhebenden Flugzeug hängenden Tom Cruise liefert gleich die erste Action Szene die für Mission: Impossible notwendige Akrobatik. Im gleichen Tempo geht es dann auch weiter. Beim Debriefing wird Hunt gefangen genommen, sein Partner William Brandt (Jeremy Renners) ist machtlos und bleibt es auch im ganzen Film über. Hunt gelingt die Flucht, das Ziel wird erkannt und er jagt Syndicate um die ganze Welt. Das bringt ihn dann auch relativ früh nach Wien, wo während der Oper ein Attentat verübt werden soll.

Spannung wird aufgebaut, entlädt sich immer wieder und der Film sucht wie Tom Cruise nach einem Anhaltspunkt, mit dem er die Handlung vorantreiben kann. Sobald dieser gefunden wird nimmt der Plot rasch an Komplexität zu. Stück für Stück wird die Handlung präsentiert wobei auf unnötige Twists größtmöglich verzichtet wird. Wahre Überraschungen gibt es wenig, vergeudete Chancen sind vorhanden und gibt einige Fake-Suspense Momente, die funktionieren, obwohl der Zuschauer nicht überrascht sein wird und genau weiß worauf das alles hinaus lauft. Dennoch ist Rogue Nation ein Erfolg, denn die Inszenierung und das Drehbuch helfen über die genannten Hürden hinweg.

Keine Raketen auf San Francisco

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Der vierte Teil der Serie (Ghost Protocol) spielte knappe 700 Millionen Dollar ein und ist allseits beliebt. Ich persönlich fand ihn ganz ok, aber das übermäßige CGI war mir einfach zuviel (explodierender Kreml, Atomanschlag auf San Francisco) und genau das schätze ich an Rogue Nation umso mehr. Die Actionsequenzen scheinen großteils ohne CGI auszukommen und Tom Cruise hat scheinbar wieder seinen Namen eingesetzt und die meisten Stunts selbst gemacht (bemerkenswerterweise wohl auch die Motorverfolgungsjagd ohne Helm). Das große Setpiece des Filmes widerspricht diesem Motto aber wieder gewaltig. Eine Unterwassersequenz mit herumschwirrenden Roboterarmen und einer Kamera die mit dem Strom mittreibt, zur Ego-Perspektive wird und dann still steht, ist zwar sehr beeindruckend und technisch mit Sicherheit aber nicht ohne CGI machbar.

Auch die Dinge, die auf dem Spiel stehen sind vergleichsweise gering. Ethan Hunt präsentiert eine Verschwörungstheorie um verschwundene Flugzeuge und brennende Fabriken und spinnt daraus ein zusammenhängendes Netz an Anschlägen, die zur Pleite einer Firma führen können. Dies scheint auf den ersten Blick richtig schön klein zu sein im Vergleich zu bevorstehenden dritten Weltkrieg aus Teil 4,  doch die Konsequenzen werden dem Kinobesucher trotzdem sehr schnell nur zu bewusst.

Ein amerikanischer Skyfall?

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Während des Films fallen mit der Zeit immer mehr Parallelen zwischen Mission: Impossible – Rogue Nation und Skyfall auf. Beide Filme erzählen von einem Agenten, der auf eigene Faust ermitteln muss, ein Mann, der eine Schattenorganisation für Böses leitet… und noch mehr spoilerlastige Ähnlichkeiten. Auch das Schwelgen in der Franchise Geschichte von Skyfall wird hier mit kleinen Anspielungen des Regisseurs nachgeahmt. Es scheint als würde Christopher McQuarrie (Drehbuchautor und Regisseur) gezielt mit der Geschichte der alten Filme spielen. Szenen in London erinnern an die Prag-Mission aus dem ersten Mission: Impossible. Qualitativ ist Skyfall natürlich höher einzuschätzen, aber das soll nicht heißen, dass Rogue Nation deswegen ein schlechter Film ist.

O Jeremy, Where Art Thou

Jeremy Renner hat mit Blockbuster-Franchises eine deprimierende Beziehung, sollte er doch mal der neue Jason Bourne werden, sollte er doch mal der neue Ethan Hunt werden und sollte er doch ein ernstzunehmender Charakter in The Avengers werden (das letzte geht wohl auf seine Kappe). In Rogue Nation wird er vor allem für den comic relief verwendet, genauso wie Simon Pegg, welcher aber im Vergleich eine echte Story bekommt. So steht Renner meistens in der CIA-Zentrale neben Alec Baldwin und redet in ein Telefon, bevor er einen kurzen Sprint hinlegen darf. Wäre er nicht im Film gewesen, hätte es wohl leider niemand bemerkt und das ist bei Renners Fähigkeiten traurig.

Moviequation:

Moviequation Mission Impossible 5

Fazit (Michael):

Film: Mission: Impossible – Rogue Nation
Rating:

User2.Krammer.Rating4.Great_.Frei_1
Sehr Gut (4 / 5)

Mission: Impossible – Rogue Nation ist der vielleicht beste Film der Reihe (subjektiv kann natürlich keiner mit den Kindheitserinnerungen von Teil 1 mithalten), der sich nicht zu einem CGI Fest entwickelt und in der Einfachheit Größe findet. Die Action ist mitreißend und am Ende herrscht ein erschöpftes Gefühl, das positiv oder negativ gewertet werden kann. Letzten Endes ist es ein sehr guter Sommerblockbuster ist, der die Massen erfreuen wird und mit seiner Story niemanden beleidigt.

Weitere Meinungen aus der Redaktion

Fazit (Michael):

Film: Mission: Impossible – Rogue Nation
Rating:

User3.Leitner.Rating3.Recommendable.Frei.Small
Empfehlenswert (3 / 5)

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PS: Nur Wien, nur Wien, du nur allein

Der eindeutig größte Lacher beim österreichischen Zuschauer wird in den Sequenzen in Wien sein, wenn die Oper zur Sicherheitszone wird, jeder Besucher durch den Metalldetektor muss und sogar die Instrumente des Orchesters unter die Lupe genommen werden müssen und das alles nur weil der Bundeskanzler in die Oper geht.

Is ja ned so, dass man dem Faymann am Naschmarkt übern Haufen rennen kann…

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Patrick Verfasst von:

Autor, Editor und Podcaster er kann schon mal Blockbuster und Kunstfilme mögen, am Ende des Tages verliebt er sich aber meistens in die Indies. Wenn er einmal etwas in sein Herz geschlossen hat, verteidigt er es wie ein treuer Hund.

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